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23. Juli 2008

SlowBaking: Streit mit Backmittelhersteller um Logo

Der Verein SlowBaking macht sich stark für Brot mit Geschmack: Dafür steht das Logo mit der Schnecke und dem Steinbackofen. Jetzt will ein Backmittelhersteller dem Verein die Verwendung dieser Marke verbieten lassen

Eine Qualitätsoffensive, die zur Besinnung auf traditionelle Herstellungsverfahren im Bäckerhandwerk führen soll, hat der Verein SlowBaking, Backen mit Zeit für Geschmack e.V., mit seiner Gründung 2003 gestartet. Angelehnt an die Slow Food-Philosophie unterstützt der Verein seine Mitglieder darin, mit altbewährten Methoden und unter Verzicht auf Vormischungen und industrielle Fertigprodukte Brot von hoher Güte und vorzüglichem Geschmack zu backen.

Um dem Endverbraucher ein Erkennungsmerkmal für Backwaren zu geben, die nach diesen Kriterien hergestellt sind, hat der Verein im vergangenen Oktober in Abstimmung mit Slow Food ein neues Logo eingeführt: die Schnecke mit Steinbackofen. Diese Marke wird dem Verein nun durch einen Backmittelhersteller streitig gemacht.

Das Unternehmen will dem Verein SlowBaking die weitere Verwendung seiner Marke und des Vereinsnamens untersagen. Ingo Rasche, erster Vorsitzender von SlowBaking: "Wir haben uns als Verein neu aufgestellt und unabhängig gemacht." Vorausgegangen waren Meinungsverschiedenheiten mit Partnern um Geschäftspolitik und Markenrechte.

Für SlowBaking stehen Geschmack, Aroma und Frische der Backwaren im Mittelpunkt des Schaffens. "Wir wollen die Bäcker animieren, bei der Herstellung ihrer Backwaren hochwertige, natürliche Rohstoffe einzusetzen und ihr eigenes individuelles Brot zu backen, ohne die moderne Technik außer Acht zu lassen", sagt Ingo Rasche. "SlowBaking bedeutet auch, dass unsere Teige in natürlichen Prozessen reifen, um möglichst viel Geschmack zu entwickeln."

Dem Verein haben sich bisher bundesweit fast 400 Mitglieder angeschlossen. Slow Baking vermittelt seinen Mitgliedern das Wissen um traditionelle Herstellungsverfahren in Workshops, Seminaren und mittels Erfahrungsaustausch. 30 von ihnen haben sich bereits den umfassenden Prüfungen durch eine unabhängige Instanz zum Erwerb der Lizenzstufen I (Zertifizierung einzelner Produkte) und II (Vollzertifizierung des Betriebs) unterzogen.

Zertifizierte Produkte oder Bäckereien dürfen das SlowBaking-Logo tragen. "Wir hoffen, dass sich das nicht ändern wird und der Endverbraucher auch weiterhin erkennen kann, wer Backwaren nach SlowBaking-Kriterien herstellt", so Ingo Rasche. www.slowbaking.de