So schmeckt Apulien: Das Mittelmeer im Glas

Manchmal meint es das Leben besonders gut. Während es sich in nördlichen Gefilden schon fast wie Herbst anfühlt, verwöhnt der Salento - der südöstliche Absatz des italienischen Stiefels - selbst Mitte September noch mit schönstem Sommerwetter. Jeglicher Blues verfliegt in dem Moment, wo das Flugzeug in Brindisi aufsetzt und die sonnenwarme Luft den letzten Hauch von Berlin-Müdigkeit vertreibt. 

An Melonenfeldern und Olivenhainen vorbei fahren wir zur Masseria Malvindi, die ganz plötzlich in der flachen, kargen Landschaft auftaucht. Wie viele dieser typisch apulischen Mischungen aus Festung und Bauernhaus wurde sie zu einem komfortablen Boutiquehotel umgewandelt und wird die nächsten Tage als "Villa Mare by Gin Mare" unser Zuhause sein. Die Zimmer gruppieren sich um den großen Pool, wo der azurblaue Himmel, die weißgetünchten Wände und das Türkis des Wassers um die Wette leuchten: Benvenuti in der Welt von Gin Mare. 

Wir wissen, dass irgendwo am Horizont das Meer liegt, es ist nie weit in  Apulien. Stattdessen lockt unser herrlicher Pool, die flirrende Hitze verschmilzt mit der Müdigkeit des frühen Aufbruchs in Berlin, Zeit und Raum werden eins. Langsam bricht die blaue Stunde herein, und damit die Lust auf einen Drink. Einen Drink? Wer jetzt glaubt, dass Aperol Spritz (und all seine Spielarten) die einzige Möglichkeit sei, das Dolce Vita ins Glas zu übersetzen, hat noch nie einen Mare Limón getrunken. Gin Mare als Basis, dazu Wermut, Olivenlake und natürtrübe Zitronenlimo, garniert mit einer Zitronenzeste - und einer Olive. Neben den aus der Mittelmeerregion stammenden Key Botanicals Thymian, Rosmarin und Basilikum ist die Arbequina-Olive die Signature-Zutat im Gin Mare.

Für den Aperitivo ist er deswegen viel besser geeignet als man denkt. Es handelt sich eine leichte, mediterrane Spirituose, die im Gegensatz zu vielen fassgereiften Spirituosen, die schon mal alkohollastig, dominant und schwer rüberkommen, viel frischer wirkt. Der Gin Mare schmeckt leicht, filigran, tänzelt fast durch all diese sonnengegerbten und sommergetankten Zitrusnoten. Man braucht keinen Aperol Spritz, wenn man auch einen Mare Limón haben kann.

Seit Goethes Mignon denkt jeder bei Zitronen an Italien und umgekehrt. Und weil die kleinen sauren Kraftbomben nicht nur zu Sommerkleidern, sondern auch perfekt zu Gin passen, kam die Gin Mare Capri -Edition auf den Markt. Wenn man den klassischen Gin Mare und den Capri nebeneinander verkostet, wird sehr deutlich, dass ersterer viel würziger, kräutriger, herzhafter und eben mehr aufs Wachholdrige besonnen ist als der Capri – bei ihm wiederum dominieren Zitrusfrucht und leichtere Aromen. Im Abgang zeigt sich eine deutliche Note von Bergamotte, beinahe Tee-Tannine sind zu schmecken, wohingegen beim Klassiker noch immer Wacholder, Basilikum, Rosmarin und Orangenschale dominieren. Perfekt zur Geltung kommt der Gin Mare Capri im Limone e Sal mit Zitrone, Soda und Salz. Letzteres erfüllt den angenehmen Nebeneffekt von flüssigen Elektrolyten - perfekt wenn es heiß ist und der Abend noch jung. 

Aber Apulien hat nicht nur Gin zu bieten: Auf der kargen Erde gedeihen die weltbesten Gemüse und Früchte. Nach dem Aperitivo kredenzt uns die wunderbare Masseria Malvindi-Köchin Anna Fiore (auf Deutsch hieße sie tatsächlich Anna Blume!) genauso diese Köstlichkeiten. Besonders begeistern uns die Barettieri, eine Mischung aus Gurken und Melonen, von blassgrüner Farbe, knackiger Konsistenz und vom Geschmack her ein bisschen wie eine unreife Honigmelone. So viele lägen davon auf den Feldern rum, ohne dass sie jemand ernten würde, erzählte unser Fahrer auf dem Weg von Brindisi. Schade eigentlich, dass wir nicht mit dem Transporter angereist sind, ich hätte sie alle mitgenommen. 

Ansonsten Cicoriella, gegrillte und im letzten Winter eingelegte gelbe Tomaten, Zucchini, Bohnen- und Chicoree-Püree, Focaccia mit Capocollo aus Martina Franca und eine Auswahl regionaler Käse wie Ricattine, die an kleine Körbchen erinnern, Cacciocavallo und apulischer Pecorino, dolce und stagionato. Die Vorspeisen schmecken wie frisch aus dem Gemüsegarten geernet oder aus Omas Vorratskammer geholt - mehr Aroma, mehr apulische Sonne auf dem Teller geht nicht.

Doch: wir hatten ja noch keine Pasta! Herrliche Strozzapreti mit Tomaten, Rucola und Fleischbällchen und Triangoli aus Andria mit Burrata, Aubergine und Basilikum. Jede Region Apuliens hat ihre eigene Nudel, ihren Käse und ihren Schinken, und wir essen uns einmal quer durch den Salento. “Puglia means Eating, Eating, Eating“, lacht der Kellner. Wo er Recht hat, hat er Recht.

Frühstück unter Weinreben, und mittags ein apulischer Kochkurs: Anna Fiore zeigt uns, wie man Orecchiette, die kleinen Öhrchennudeln, formt. Es braucht diesen ganz bestimmten Dreh, und der ist gar nicht so leicht nachzumachen. Genauso wie das Mozzarella-Machen ganz einfach aussieht, wenn sich Molke und geronnene Milch voneinander trennen und so elastisch werden, dass unser Mozzarella-Meister daraus sogar Figuren formt. Der Focacciateig gehört viel flüssiger als vermutet: Je mehr Wasser, je luftiger wird er. Verzehren tun wir die Ergebnisse der Cooking Class unterm Laubengang, idyllischer lässt sich kaum zu Mittag essen.

Bei schweißtreibenden 32 Grad fahren wir anschließend zur Olivenölmühle Stasi, 30.000 Bäume stehen auf der 120 Hektar umfassenden Anlage. Besonders die über 2.000 historischen Bäume sind auch hier nicht vom seit mehreren Jahren grassierenden Olivenbaumsterben durch das Bakterium Xylella verschont geblieben. "Die manchmal mehrere Jahrhunderte alten Bäume gehören für uns zur Familie" erklärt die Besitzerin sichtbar bewegt. "Wenn da ein Baum stirbt, bricht uns das Herz." Zum Glück gibt es Sorten, die resistent sind, und die sorgen nach wie vor für die preisgekrönten Öle der Stasi Aziende Agricole. 

Das Verkosten, lernen wir, funktioniert wie beim Wein. Man riecht, schlürft, erschmeckt den Abgang am Gaumen. Angenehm oder nicht, fragt Signora Stasi - und erklärt die Noten ihrer Evo-Öle vom fruchtigen Aulìa über das grasige Arciprete bis zu, eleganten Oro. Und dass hochwertiges Olivenöl im Gegensatz zum Wein in den ersten Monaten am besten schmeckt.

Zurück in der Masseria Malvindi und am Pool geht die Entdeckungsreise auf den Spuren der Olive weiter mit einem Maretini, Signature Drink in der Bar der "Villa Mare" und mit hohem Potenzial, den Siegeszug durch internationale Bars anzutreten. Er besteht aus dem klassischen Gin Mare, Fino Sherry und "Olive Brine", also der Olivenlake, die besonders salzig, fleischig, fruchtig und umami-intensiv ist. Das Getränk funktioniert.

Als wenn das nicht schon Highlight genug wäre, hatten wir das Glück,  von Spitzenkoch Pietro Penna bekocht zu werden. Der 42-jährige ist Küchenchef des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Restaurant Casamatta in Manduria (ja, das ist dort, wo auch der Deutschen liebster Rotwein angebaut wird) und hat extra für die "Villa Mare" ein Menü entwickelt. Unter freiem Himmel verwöhnt er uns mit Gerichten, die viel von ihrem apulischen Terroir erzählen, dabei aber ganz neue Wege gehen. "Für mich gibt es keine „hohe“ oder „niedrige“ Küche, sondern nur Geschmack und das tägliche Streben danach" sagt Pietro Penna, der nach langjährigen Sterne-Erfahrungen in Frankreich und Italien 2017 in seine Heimat Apulien zurückkehrte. So spielt auch seine hinreißende Langustine auf Brioche mit Himbeere und Paprika spielt gekonnt zwischen klassisch italienischer Produktküche und französischer Raffinesse. Die Cacio e Pepe Spaghetti erfahren ein Upgrade durch in Gin Mare marinierten rohen Fisch. Auch ins Schokoladendessert hat der mediterrane Gin Eingang gefunden, um die kräutrige Rosmarinnote noch besser zum Ausdruck zu bringen.

Wir beschließen diesen genussvollen Abend mit einem Sbagliato Rosa mit Gin Mare, Lillet Rosé und Prosecco, dem perfekten Prickler für laue Sommerabende. Ja, das Leben meint es gut mit uns.

Zum Mittelmeer-ins-Glas-zaubern gibt es alle Gin Mare-Rezepte nächste Woche hier auf den GOURMETWELTEN - und die schmecken auch ohne Pool in Apulien. 

Die Reise erfolgte mit freundlicher Unterstützung von Gin Mare.