13. April 2013

Sommeliers dringend gesucht

Nachfrage in der Gastronomie größer als Angebot

Sie wissen Rat bei kniffligen Fragen rund ums Essen und Trinken: die Sommeliers. Die Experten sind seit einigen Jahren so sehr gefragt, dass die Schulen mit der Ausbildung von Nachwuchs nicht hinterherkommen, wie der Präsident der Sommelier-Union Deutschland, Bernd Glauben, sagte: «Nach wie vor ist die Nachfrage von Hotels, Restaurants und Weinhandel deutlich größer als Sommeliers auf dem Markt sind.»

Der 1976 gegründete Verband kommt an diesem Montag in Speyer zu seiner Jahreshauptversammlung zusammen. Er hat derzeit knapp 1000 Mitglieder - mit kontinuierlich steigender Tendenz. «Besonders junge Menschen interessieren sich für den Beruf», sagte Glauben. Jährlich würden bis zu 200 Sommeliers neu ausgebildet - weit weniger, als es Stellenanzeigen gebe.

Sommeliers verstünden sich als Wein- und Genussexperten, die auch umfangreiche Kenntnisse über andere Getränke wie Tee, Kaffee, Bier und Spirituosen nachweisen müssten. Wichtig seien Fingerspitzengefühl und Kenntnisse über die Zubereitungsart, Garart und Würzung von Gerichten.

Von selbst ernannten Fleisch-, Bier- oder Nuss-Sommeliers hält der Verbandspräsident nichts: «Da gibt es skurrile Trittbrettfahrer, das hat mit der Ausbildung zum Sommelier nichts zu tun.»

Weißwein zum Fisch, Käse zum Rotwein - solche strengen Vorgaben haben sich Glauben zufolge überholt: «60 Prozent der Käsesorten passen eher zu Weißwein.» Entscheidend sei zudem die Garart der Gerichte. Bei den Weinsorten sieht der Experte unter anderen die Rebsorten Sauvignon blanc und Riesling im Trend sowie die immer besser gemachten deutsche Spätburgunder. dpa