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02. September 2010

Sparsame Hausgeräte auf der IFA 2010 in Berlin

Zur IFA vom 3. bis 8. September 2010 in Berlin überbieten sich die Hausgerätehersteller mit Superlativen

Wenn am Berliner Funkturm schon frühmorgens Starköche riesige Steaks in die Pfanne werfen, dann riecht es in den Messehallen wieder nach IFA. Die weltgrößte Elektronikmesse beginnt an diesem Freitag, und die Hausgeräte-Hersteller zählten schon am Mittwoch zu den ersten, die ihre Neuheiten präsentierten. Die Branche hat die Krise bei einem weltweiten Umsatzrückgang von nur einem Prozent gut überstanden und ist zuversichtlich, nun wieder durchzustarten.

Bei ihrem dritten Auftritt auf der Funkausstellung locken die Hersteller die Kunden weiter mit Waschmaschinen, Geschirrspülern und Kühlschränken, die vor allem zweierlei sind: Immer sparsamer und umso intelligenter. Doch während der Spartrend bald ausgereizt sein könnte, kommt manche intelligente Lösung womöglich zu früh. Und auch die Preise könnten steigen.

Sollte demnächst europaweit die neue Energieeffizienzklasse A+++ kommen - wir haben schon jetzt die Geräte, die sie erfüllen. So lautete am Mittwoch die Botschaft bei Bosch/Siemens und Miele. Beide präsentierten auch Waschmaschinen, die nur halb soviel Strom verbrauchen wie in Effizienzklasse A und die das Waschmittel automatisch und damit sparsamer dosieren.

«Die Zukunft ist grün», sagte Siemens-Electrogeräte-Geschäftsfüher Roland Hagenbucher. Schließlich werde die Hälfte der Energie in Haushalten verbraucht und davon wiederum die Hälfte von Hausgeräten.

62,5 Prozent der Käufer in Deutschland legten beim Kauf Wert auf Wasser- und Stromsparen, sagte Bosch-Hausgeräte-Geschäftsführer Volker Klodwig, selbst ein etwas höherer Preis schrecke Kunden nicht ab. «Der Markt gibt uns Recht, hier weiterzumachen.» Allerdings dürfte der Wettbewerb hart werden. Miele-Chef Reinhard Zinkann jedenfalls meint: «In puncto Energieeinsparung naht das Ende der Fahnenstange.» Viel mehr sei derzeit technisch nicht zu erreichen.

Die Gütersloher stellen deshalb Waschmaschinen und Trockner in den Vordergrund, die automatisch erkennen, wann der Strom am günstigsten ist, und erst dann loslegen. Sie sind «smart grid»-fähig, also auf ein intelligentes Stromnetz ausgelegt, das bei steigendem Anteil erneuerbarer Energien die damit verbundenen Produktionsschwankungen auffangen kann.

Das ist allerdings noch eine Vision und auch die zugehörigen variablen Stromtarife gibt es noch nicht. Doch damit steht und fällt die Idee, wie Zinkann einräumt. Miele startet Anfang 2011 gemeinsam mit dem Energiekonzern RWE einen Pilotversuch mit einigen hundert westfälischen Haushalten. Mehr ist noch nicht in Sicht. Der Miele- Chef ist aber optimistisch: «Das wird nicht so bleiben.»

Ob sich die Kunden diese hochmodernen Geräte auch leisten wollen, ist noch offen. Denn die Preise könnten ohnehin steigen. Die deutschen Hersteller stellen sich auf rasant steigende Stahlpreise ein, wie Zinnkann sagte, der auch Vorstandsmitglied des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ist. Damit müsse man sich im kommenden Jahr befassen. Miele plane bislang noch mit Erhöhungen um die Ein-Prozent-Marke. (Burkhard Fraune, dpa)

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