19. April 2010

Spielerisches Design in der Küche

Die neuen Küchenmöbel bewegen sich zwischen Nostalgie und Zukunftstechnologie. Auffallend ist, dass die frei stehende Kücheninsel nach wie vor beliebt ist, wie sich auf der Möbelmesse Salone Internazionale del Mobile in Mailand zeigte

Allerdings nicht mehr als geschwungenes Fantasiegebilde, sondern als formal reduzierter Block, der sich in eine Wohnlandschaft einfügt - und dabei großzügig, aber nicht aufdringlich wirkt.

Dieser Purismus im Design setzt aber auch einen Gegentrend: Die neuen Dunstabzugshauben haben nichts mehr mit einem schlichten Schlitz an der Decke zu tun und werden sogar in Szene gesetzt: Von glitzernd-elegant bis originell-fantasievoll ist jedes Design vertreten. Oft ist eine zweite Funktion, beispielsweise eine Lichtquelle eingebaut.

Seit einigen Jahren anhaltend ist der Trend, dass die Küche Lust auf das Kochen machen soll. Und so kommt gleich nach der ästhetischen Komponente der spielerische Faktor: Kochfelder und andere Bedienmodule ziehen sich aus der Dreidimensionalität in die Zweidimensionalität zurück und funktionieren durch Berühren mit der Fingerspitze - ganz dem Zeitalter des Smartphones entsprechend. Mit einer Berührung lassen sich auch sämtliche Schränke und Schubladen öffnen - bemerkenswert ist, dass kaum noch ein Griff zu sehen ist.

Der Grund dafür liegt nicht nur im steigenden Bedienkomfort, sondern auch darin, dass der neue Purismus sich auch in der Küche konsequent durchsetzt und zugunsten der Linienführung weitgehend auf Details verzichtet.

Im Hinblick auf die Materialien fühlen sich die Designer frei und ungebunden: Von Hochglanzlack über Aluminium und Edelstahl bis hin zu Holz und Beton ist die gesamte Palette an Oberflächen vertreten. Bevorzugt werden jedoch in erster Linie Materialien, die in Sachen Hygiene viel zu bieten haben, aber gleichzeitig leicht und möglichst ohne Umwelt belastenden Reinigungsmittel zu säubern sind. dpa

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