09. September 2013

Staatliche Weinkontrolle beanstandet jede fünfte Probe

2012 entdeckten Prüfer sogar ein Produkt, das mit Weintrauben nichts mehr zu tun hatte

Die staatliche Weinüberwachung in Rheinland-Pfalz hat 2012 jede fünfte Probe beanstandet. Im Kampf gegen schwarze Schafe in der Branche hatten die Experten 5900 Kontrollen bei Winzern und in Kellereien gemacht, sie nahmen knapp 4400 Proben, wie Weinbauministerin Ulrike Höfken (Grüne) am Montag in Mainz mitteilte.

Sie verteidigte die neue Vorab-Meldepflicht für Eiswein, die seit 5. September gilt. Kontrolleure können dadurch bereits vor der Lese einen prüfenden Blick auf die Trauben werfen.

Anlass für die neue Meldepflicht war der Eiswein-Jahrgang 2011, bei dem mehr als 90 Prozent der Eisweine durchgefallen waren. Mehrere Verwaltungsgerichte wiesen Klagen gegen das Votum der Behörden ab. Der Verband der Bauern und Winzer Rheinland-Pfalz Süd kritisierte das neue Meldeverfahren als nutzlos, da es in Streitfragen nicht weiterhelfe.

«Unsere Weinkontrolleure sichern den fairen Wettbewerb», betonte dagegen Höfken. Die weit überwiegende Zahl der Beanstandungen habe sich 2012 auf die Kennzeichnung bezogen - etwa auf falsche Angaben zum Alkoholgehalt oder zur Rebsorte.

«Nicht immer ist dabei von vorsätzlichen Vergehen auszugehen. Die sich ständig ändernden und teils komplizierten Kennzeichnungsvorschriften lassen auch gutwillige Winzer leicht den Überblick verlieren», erklärte die Ministerin. Aber es gebe immer wieder schwerwiegende Täuschungen wie den illegalen Zusatz von Zucker, Aromen oder Glycerin.

Unrühmlicher Spitzenreiter des Jahres 2012 sei ein angeblicher Wein aus Bulgarien gewesen. Das Produkt wurde laut Ministerium offensichtlich nicht aus Trauben, sondern aus Wasser und Zucker unter Zusatz von Alkohol, Glycerin und weiteren Zutaten hergestellt. dpa