WEIN
24. Mai 2010

Staatsweingüter wollen Stellen sparen

Fotos: Weingut Kloster Eberbach/Thomas Ott

Fotos: Weingut Kloster Eberbach

Die Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach müssen ihre Kosten verringern und Stellen einsparen

Nach EU-Vorgaben müsse das Weingut (u.a. Kloster Eberbach) bis 2014 in den schwarzen Zahlen sein, erklärte Geschäftsführer Dieter Greiner in Eltville im Rheingau. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat stimmten der Stellenkürzung unter Bedingungen zu.

Voraussetzung sei, «dass es nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommt und die Betroffenen Übernahmeangebote in den Landesdienst erhalten», betonten sie. Die Staatsweingüter mit ihren knapp 200 Hektar Anbaufläche sind seit 2004 finanziell unabhängig, gehören aber nach wie vor dem Land Hessen.

Seit 2004 sei Deutschlands größtes Weingut auf dem Weg zur Wettbewerbsfähigkeit gut voran gekommen, erklärte Greiner. Die Staatsweingüter seien wegen der Investitionen der vergangenen Jahre, darunter in eine hochmoderne Kellerei, gut aufgestellt. In den vergangenen Jahren sei der Umsatz im Durchschnitt pro Jahr um mehr als sieben Prozent gestiegen. In den nächsten Jahren werde ein Plus von jeweils fünf Prozent angestrebt. Dennoch seien zusätzliche Anstrengungen nötig.

Im Weingut Kloster Eberbach

Dafür hatte das Weingut von der Forschungsanstalt Geisenheim eine Wirtschaftlichkeitsprüfung erstellen lassen. Ein Ergebnis: Die Personalkosten liegen über denen vergleichbarer Weingüter. Der Stellenabbau soll alle Standorte und Bereiche betreffen, also Weinbau, Kellerwirtschaft, Vertrieb und Verwaltung.

Von den Arbeitnehmervertretern hieß es dazu: «Wir wollen den eingeschlagenen erfolgreichen Weg auch im Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht gefährden und haben deshalb entschieden, diese Entscheidung mit zu tragen». Selbstverständlich werde der Prozess kritisch begleitet. dpa