25. Oktober 2009

Stargarder Landwein von Schloss Rattey

Mecklenburger Landwein

Solider Wein aus Mecklenburg vom nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands

Wurden früher Weine aus exotischen Gegenden vorgestellt, konnte man gleich abwinken: die Ergebnisse waren meist unsauber und spröde, kaum als Wein erkennbar. Heute sollte man zumindest probieren.

Auch in Mecklenburg hat sich einiges im Weinbau getan. Vor zehn Jahren im Jahre 1999 wurde auf Schloß Rattey (rund 30 Kilometer östlich von Neubrandenburg) die fast vergessene Tradition aus dem Mittelalter mit den ersten 500 Weinstöcken zu neuen Leben erweckt.

Die Anbaufläche im Ratteyer Schlosspark ist strikt begrenzt auf 3,5 Hektar. Alle Weine werden in Edelstahltanks der Schlosskellerei klassisch trocken ausgebaut und im eigenen Betrieb schonend abgefüllt. Die Lese 2008 hatte 18.000 Litern erzielt, die Weine sind sauber ausgebaut und haben Charakter.

Der Weißwein 2008 ist eine Cuvee aus Phönix, Ortega, Müller-Thurgau und Huxel mit 11,8 Alkohol. Der Weiße kommt wie ein Wein aus dem Mittelmeerraum daher, er ist leicht mit einfachen Gewächsen aus Südfrankreich oder Italien zu verwechseln: Die Säure steht nicht im Vordergrund, der Wein hat eine gute und robuste Struktur und ist kalt genossen ein wunderbarer Begleiter zu Fischgerichten, Meeresfrüchten und Salaten.

Der Rotwein wird aus der Rebsorte Regent hergestellt (Alkohol 11,6 Prozent), ist durchaus süffig und passt zu allem, wozu auch ein schöner Vernatsch geht.

Wer also eine Brotzeit plant oder eine kleine Ostsee-Sause, ist mit den mecklenburgischen Landweinen bestens bedient.

Der Verkaufspreis im Hofladen für den Mecklenburger Landwein 2008 weiß und rot trocken liegt bei 14 Euro, www.mecklenburger-landwein.de

Hintergrund:

Noch ist das "Stargarder Land" offiziell das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands. Nach der Änderung der Weinbauverordnung vom 4. März 2004 (der Bundesrat hatte der Veränderung am 13. Februar 2004 zugestimmt) wurde es in das Verzeichnis der Weinbaugebiete für Tafelwein aufgenommen. Der Wein darf nach § 3 der Weinbauverordnung unter der Bezeichnung Mecklenburger Landwein vermarktet werden.

In drei Jahren soll auf Sylt der "55 Grad Nord" in Keitum reifen, die ersten 555 Solaris Rebstöcke wurden Ende Mai gesetzt. Damit wird die Nordseeinsel - die auf dem 55. Breitengrad liegt - zum nördlichsten Weinanbaugebiet der Republik, derzeit ist es immerhin der nördlichste Weinberg. Ab 2012 will Christian Ress die ersten Trauben ernten, im Rheingauer Weingut keltern und dann zum ersten schleswig-holsteinischem Landwein verarbeiten.