07. April 2010

Start in die Spargel-Saison

Spargelfachmann sieht Chancen für gute Ernte

Auch wenn es zu Ostern in den meisten Regionen nicht mehr mit dem Spargel geklappt hat: Die Freunde des Edelgemüses können auf ein gutes Spargeljahr hoffen. Diese Ansicht vertritt zumindest der Spargelexperte des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum Rheinpfalz (DLR) in Neustadt/Weinstraße, Joachim Ziegler. «Die Voraussetzungen für eine gute Ernte im Südwesten sind gegeben», sagte er der dpa. Die Pflanzen seien im vergangenen Jahr schön gewachsen, zudem habe es genug geregnet. «Es ist eigentlich alles im Lot.»

Einige Landwirte haben schon geerntet. Dazu zählt etwa Spargel- und Erdbeerbauer Ralf Christ vom Betrieb Le Quartier Christ in Neustadt. Er hatte bereits vor Ostern bei Böhl-Iggelheim (Rhein-Pfalz-Kreis) bereits 100 Kilo Freilandspargel gestochen - auf einem Feld, das mit drei Folien bedeckt war.

«Die Qualität ist gut», sagte Christ. «Es ist aber noch eine zu geringe Menge für den Verkauf.» Die Bauern decken ihre Felder mit Folien zu, damit die Wärme gespeichert wird und so die Stangen besser sprießen können. Offizieller Spargelanstich in der Pfalz ist am 21. April, wie die Gebietsweinwerbung Pfalzwein e.V. berichtete.

Die rheinland-pfälzischen Spargelfelder liegen überwiegend in der Pfalz und in Rheinhessen. Auf 1000 Hektar ernteten die Spargelbauern im vergangenen Jahr nach Angaben der Landwirtschaftskammer etwa 5000 Tonnen des Stangengemüses. Das gilt als durchschnittlicher Wert. Nach Einschätzung von Kammersprecher Frieder Zimmermann ist nicht davon auszugehen, dass sich die Fläche in diesem Jahr deutlich verändert.

Spargel mit Hilfe von Bodenheizung gebe es schon seit einigen Wochen, sagte Ziegler. Das sei aber ein «exorbitanter Aufwand», der seinen Preis habe. So habe dieser Spargel schon vor Wochen etwa 20 Euro pro Kilo gekostet. In der Saison kann der Preis sonst je nach Sorte bei sieben bis acht Euro oder darunter liegen.

Nach Darstellung des Fachmanns ist es sortenabhängig, wann der Spargel zu wachsen anfängt. Zudem spiele es eine Rolle, wo die Temperatur einwirke. «Ein Minimum von fünf Grad ist erforderlich, damit sich überhaupt was regt», erklärte er. Ab einer Temperatur von zehn Grad fingen die frühen Sorten dann an, auszutreiben. Je länger der Spargeltrieb werde, desto schneller wachse er. «Wenn die Stange mal 30 Zentimeter lang ist und wir haben zehn Grad an der Sprossspitze, wächst die 8,3 Zentimeter am Tag», erklärte er.

Als weiteres Indiz für eine möglicherweise gute Ernte nennt er die Witterung im vergangenen Herbst. Der sei «wunderbar» für Spargel gewesen, was für diesen ebenso wichtig sei wie für den Wein. «Gibt es einen guten Wein, gibt es auch gute Aussichten für Spargel», sagte Ziegler. Auch die Technik, die man für eine qualitativ hochwertige Ernte brauche, sei auf dem Acker vorhanden. «Ich sehe keine Störgrößen, außer denen, die wir nicht vorhersehen können.»