WEIN
14. August 2009

Startschuss für Federweißer

Federweißer F: dwi

In der Pfalz ist der Startschuss zur diesjährigen Weinlese für den Federweißen gefallen

In einem Weinberg bei Edesheim erntete die pfälzische Weinprinzessin Julia Hermann am Freitag Trauben der Sorte Bacchus, wie Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut (DWI) berichtete. Die Trauben des Weinguts Werner Anselmann kamen auf ein Mostgewicht von 70 Grad Oechsle. «Gegenüber dem langjährigen Mittel haben Reben und Trauben einen Vorsprung von acht bis zehn Tagen», berichtete Büscher. Nach seinen Angaben ist der Federweiße - wie der noch nicht ausgereifte Wein genannt wird - zu einem wichtigen Marktsegment für die Winzer geworden.

Die Hauptlese werde erst Anfang/Mitte September beginnen, sagte Büscher. Er zeigte sich hinsichtlich der erwarteten Qualität optimistisch. «Die Voraussetzungen für einen guten bis sehr guten Jahrgang sind gegeben», sagte er. «Wir hatten vielleicht keinen Badesommer, aber wir hatten einen Super-Sommer für die Reben. Wir hatten einen optimalen Mix aus Sonne und Regen.»

Federweißer ist einer von zahlreichen Namen für noch nicht ausgereiften Wein. Die Bezeichnung Federweißer stammt nach Auskunft des Deutschen Weininstituts (DWI) in Mainz daher, dass die Hefen des Getränks beim Schwenken im Glas wie «Federchen» tanzen.

Weitere Namen für das Getränk rühren unter anderem vom Geschmack und der Wirkung des in Gärung befindlichen Traubenmostes her: «Bizzler», «Süßer», «Sauser» oder «Rauscher», in Österreich wird er "Sturm" genannt. Die milchig-weiße Farbe des jungen Weins entsteht, weil beim Angären in den Fässern Hefen mit dem frischen Most agieren. Die Hefen verwandeln den Zucker der Trauben in Alkohol und Kohlensäure. Zunächst schmeckt Federweißer sehr süß, ähnlich prickelndem Traubensaft, wird aber mit fortschreitender Gärung herber. dpa