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13. Juli 2007

Steinzeit

Sehr interessante Seminar-Probe der drei Steinwein-Güter Bürgerspital, Hofkeller und Juliusspital in der Austernbar des Berliner Hauptbahnhofs (ja der, wo alles abfällt, dafür mit Blick auf Angies Arbeitszimmer).

Die drei Güter nennen sich seit neuestem Steinweingüter und wollen gemeinsam zeigen, wie lecker große Lagen mit echtem Terroir sein können: natürlich alles aus dem Würzburger Stein, auf mineralischem Muschelkalkstein, gewachsen, der beste Riesling-Boden neben dem Schiefer ...

 

Die Steinweine (jeweils gleiche Lage und Prädikat):

06 Silvaner, Kabinett tr. Bürgerspital: fruchtig, Schmelz, mineral, charming, Dichte 85/86+

06, Silvaner, Juliusspital: etwas würziger, verschlossener, Schmelz, trotzdem nicht so dicht gewebt, 85+

06 Silvaner Hofkeller: Frucht, etwas bitter, kurzer Abgang, nicht so harmonisch wie die beiden Vorgänger 80-82

 

06 Riesling Kabinett tr., Bürgerspital: würzig, raffiniert, Pfirsichkern, sehr elegant, Harmonie und Balance (100% Spontan vergoren) 89/90

06 Riesling Juliusspital: etwas bitter, knochentrocken, mineralisch, 85/86

06 Riesling Hofkeller: extreme Säure, nee, viel zuviel spitze Säure, verschlossen, 80

 

05 Silvaner Spätlese Großes Gewächs, Bürgerspital: würzig, Finesse, schöne Harmonie, aparter Muschelkalk, weißer Pfeffer (schwer von Grüner Veltliner zu unterscheiden), 90+

05 Silvaner GG, Juliusspital: etwas flacher, schön mineralisch, dicht und stahlig, 88/89

05 Silvaner GG Hofkeller: Schmelz und Frucht, deutlicher touch Restzucker, max 88

 

05 Riesling Spätlese, Großes Gewächs, Bürgerspital: Schmelz, Honig, toll gereift, Kräuter, Tolles Teil mit Dichte, Tiefe und Balance 92/93+

05 Riesling GG Juliusspital: alkohol vordergründig, machtvoll, Druck, aber etwas weinig, würzig, 91/92

05 Riesling GG Hofkeller: filigraner, steht aber sehr gut da, endlich ein guter aus dem Hofkeller 90/91

 

FaziT:

Das Bürgerspital schneidet am besten ab, überwiegend spontan vergoren, viel großes Holzfass und lange auf den Hefen gelagert.

Juliusspital ist teilweise spontan vergoren und teilweise im großen Holzfass ausgebaut.

Die Weine aus dem Hofkeller sind sehr kalt vergoren (10-14 Grad), lagern ausschließlich im Stahltank und werden mit Reinzuchthefen ausgebaut.

Noch Fragen? Was für eine faszinierende Lehrstunde für Terroirweine!

 

Grüße, Niko

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