Food
24. Juni 2010

Tee und Kräuter aus dem Garten

Pfefferminze und Kamille, Zitronenmelisse, Verveine und Fenchel sind Tee-Pflanzen, deren Blätter nur aufgegossen werden müssen, damit sie Düfte und Aromen freisetzen

Im Garten wachsen zahlreiche Tee-Pflanzen. Neben den Klassikern wie der Pfefferminze kommen für aromatische Tees noch etliche weniger bekannte Kräuter infrage. Ein intensiver Geschmacksträger ist die nordamerikanische Indianernessel (Monarda). In vielen Staudenbeeten machen sich die Pflanzen breit, tragen rote, rosa oder violette Blütenquirle, die ein wenig an kleine, strubbelige Perücken erinnern. Hausgemachter Bergamotte-Tee lässt sich aus ihren Blättern und Blüten aufgießen.    

Die kräftig rot blühende Sorte 'Squaw' gilt als besonders wohlschmeckend. Am besten wird sie mit grünem oder schwarzem Tee gemischt, denn wie das Aroma der echten Bergamotte kann auch das der Monarde zu viel werden. Monarda citriodora besitzt herbes Zitronenaroma und wird daher in England 'Lemonmint' genannt. Die Rosen-Monarde (Monarda fistulosa x tretraploid) umgibt Rosenduft, den sie auch dem Tee verleiht. Also am besten ausprobieren, welche der vielen Indianernesseln den Geschmacksknospen am besten gefällt.    

Für die Indianerminzen (Agastache) mit ihren verschiedenen Aromen gilt das genauso. Mit kräftigen blauen, violetten oder rosa Blütenähren, die an die Blütenstände der Minzen erinnern, setzen sie im Staudenbeet Akzente oder nehmen im Kübel Platz. Wer Minze mag, ist mit der Koranischen Minze (Agastache rugosa) aus Ostasien gut bedient. Besonders hübsch blüht die Sorte 'Black Adder', die Ähren voll zartblauer Blüten und dunkler Knospen trägt. Minzaromen umwehen auch die nicht sicher winterharte Agastache aurantiaca. Mit ihren orangefarbenen Blüten tanzt sie farblich aus der Reihe und liefert hübsche Kontraste zu 'Black Adder'.    

Wer Noten von Anis und Lakritze bevorzugt, schneidet Blätter und Triebe von Agastache foeniculum, die durch hübsche rosa Blütenkerzen auffällt. Die zierlichen mauvefarbenen Ähren von Agastache astromontanum duftet deutlich nach Lavendel und an der rosablütigen Agastache cana lässt sich kräftiger Orangenthymian-Geruch wahrnehmen. Ihr Aroma soll übrigens auch Mücken fernhalten. Gegen Schnecken hilft es leider nicht. Die Tiere lieben alle Indianerminzen und wer nicht aufpasst, findet nur noch nackte Stängel.    

Verveine heißt ein französischer Tee-Klassiker mit köstlichem Zitronengeschmack. Die Pflanze, die dahinter steckt, wird bei uns Zitronenverbene (Aloysia triphylla) genannt, auch wenn sie eigentlich nicht zu den Verbenen zählt. Die Blätter sind es, die voller Aromen stecken und aufgebrüht zu wohl schmeckendem Tee werden. Eine Schönheit ist Aloysia nicht. Aber die zierlichen weißen Blütenrispen, die frischgrünen Blätter und der lockere Wuchs besitzen durchaus Charme. Als nicht winterharter Strauch wächst sie am besten im Kübel und übersteht den Winter an einem kühlen, aber frostfreien Platz.    

Bei Goldrute (Solidao) an Tee zu denken, ist ungewohnt. Zwar gilt sie in der Naturheilkunde als hilfreicher Zusatz für Blasentees. Aber sie einfach so als Tee trinken? Das tut wohl kaum jemand. Es sei denn an Stelle der gewohnten Solidago-Kreuzungen, wächst Solidago odora - die Anis-Goldrute. Wie der Name sagt, besitzt sie ein kräftiges Anisaroma, den sie auch Tees verleiht, die aus ihren Blättern aufgebrüht werden. Mild aromatisch schmeckt das Getränk, entspannt und wirkt sogar krampflösend und entzündungshemmend. Sie wächst straff aufrecht und horstig.    

Der Geruch von Katzenminzen (Nepeta) ist nun wirklich nicht Jedermanns Sache, auch wenn sie sich mit ihren violetten Blütenkerzen so gut als Rosenbegleiter eignen. Aber bei der weiß blühenden Nepeta cataria ssp. citriodora lohnt sich eine Tee-Kostprobe.

Sie besitzt ein kräftiges Zitrusaroma, das ohne weiteres mit dem der Zitronenmelisse (Melissa officinalis) konkurrieren kann. Häufig wird sie als Weiße Melisse bezeichnet, denn auch sie wirkt entspannend, erfrischend und hilft bei Erkältungen und nervösen Verdauungsbeschwerden. Außerdem hat sie den Vorteil, dass sie sich trocknen und für die Wintermonate aufbewahren lässt. Die Aromen der Zitronenmelisse dagegen verfliegen schnell.    

Tee aus Studentenblumen (Tagetes): Schon der Gedanke daran lässt schaudern. Aber neben den bunten Beetpflanzen hält die Gattung aromatische Gewürztagetes bereit. Tagetes lucida beispielsweise überrascht mit einem Anis-Waldmeister-Aroma. Tagetes filifolia besitzt kräftigen Lakritz-Geschmack und Tagetes tenuifolia 'Orange Gem' sieht nicht nur hübsch aus. Sie hält auch das Aroma von Orangenschalen bereit. Ausprobieren ist auch hier die Devise und sich von ungewohnten Genüsse überraschen lassen. (Helga Panten, dpa) 

Zur Kolumne Küchentricks  

Tipps für den Tee aus den eigenem Garten    

Tee aus frischen Blättern und Trieben schmeckt am besten. Je nach Intensität sollte er fünf bis zehn Minuten ziehen. Für den Vorrat werden nur trockene Blätter geerntet. Sie dürfen nicht feucht sein von Regen oder Tau. Getrocknet wird an einem schattigen, luftigen Platz - keinesfalls in der prallen Sonne. Dazu werden Blätter und Triebe in kleinen Bündeln aufgehängt. Sie können auch flach auf einem mit lockerem Gewebe - Gardine oder Tüll - bespannten Rahmen trocknen. Vor Licht und Feuchtigkeit sind sie zu schützen.