Themenwoche Türkische Küche: Ein Tisch voller kulturellem Erbe

Als das Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkiye sowie die Türkische Tourismusförderungs- und Entwicklungsagentur (TGA) am 20. Mai 2026 zum exklusiven Auftaktdinner ins Titanic Hotel am Gendarmenmarkt in Berlin einludt, folgten nicht nur Diplomaten und Politiker. Das von der Botschaft der Republik Türkiye, Turkish Airlines und Titanic Hotels unterstützte Dinner war auch für Foodies eine willkommene Gelegenheit, die hierzulande bedauerlicher- und fälschlicherweise oft auf Döner und Kebap reduzierte türkische Küche kennenzulernen.

Ziel der diesjährigen Initiative ist es, die türkische Küche nicht nur als Sammlung einzelner Gerichte zu präsentieren, sondern als lebendiges, gemeinsames und über Generationen weitergegebenes kulturelles Erbe, das über Jahrhunderte durch Migration, Rituale, gemeinschaftliche Arbeit und langjährige Tischtraditionen entstanden ist.

In seiner Begrüßungsrede betonte Samet Kapısız, Kulturattaché an der Botschaft der Republik Türkiye, die besondere Bedeutung der Themenwoche: „Die türkische Küche ist weit mehr als ein geschmackliches Erlebnis – sie ist Ausdruck eines jahrtausendealten kulturellen Erbes, das durch Werte wie Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und kulturellen Austausch geprägt ist. Sie bringt Menschen zusammen und schlägt Brücken zwischen Kulturen.“

Der Abend bot den Gästen nicht nur kulinarischen Genuss, sondern auch fundierte Einblicke in die Herkunft, Bedeutung und Geschichten hinter den servierten Gerichten. Unter dem diesjährigen Motto „Ein Tisch voller kulturellem Erbe“ präsentierte ein sorgfältig kuratiertes 6-Gänge-Menü die beeindruckende Bandbreite der türkischen Küche.

Denise Hirschmann aus der Kulturabteilung der Botschaft der Republik Türkiye führte als bekennende Genießerin und kundige Kennerin der türkischen Küche durch den Abend. Zu jedem Gericht hatte sie eine Geschichte parat, so dass das Wasser bereits vor dem Essen im Munde zusammenlief. So erzählte sie, dass das UNESCO-gelistete „Keşkek“ – ein langsam gekochtes Weizen- und Fleischgericht – für gemeinsames Feiern und kollektives Engagement steht, während „Kuzu Tandır “ (langsam gekochtes Lamm) auf Migration und Reisen verweist. Großartig auch die vegetarischen Varianten wie die köstlichen Fellah Köftesi (Bulgurklößchen in herrlich fruchtiger Paprikasauce mit Joghurt), denn wenn in der Türkei auch traditionell gerne Fleisch gegessen wird, spielt Gemüse doch eine tragende Rolle.

Die geschmacklich überwältigenden Weinblätter mit Sauerkirschen sind so aufwändig in der Herstellung und so kostbar, dass sie früher dem Sultan vorbehalten waren. „Baklava“ repräsentiert Handwerkskunst und die Weitergabe von Traditionen über Generationen hinweg. Sie kam mit wenig Teig und wenig von dem für deutsche Gaumen oft zu üppig dosiertem Sirup, dafür umso mehr köstlicher Pistazien. Dazu „Helva“ , das für Solidarität und Erinnerung steht, und das typisch türkische Eis Maraş Dondurması aus der südtürkischen Stadt Kahramanmaraş. Warum dafür kein Teelöffel bereit liegt, versteht man erst beim Essen:  Durch Mastix ist es so zäh und elastisch, dass es traditionell mit Messer und Gabel gegessen wird.

Kulinarisch versiert: Deniz Hirschmann moderierte das Menü

Für die köstlichen Speisen sorgte in enger Abstimmung mit der Botschaft das Team des Hotel Titanic am Gendarmenmarkt. Obwohl im "the Main", dem neuen Restaurant der in Besitz der türkischen Familie Aygün stehenden Titanic-Gruppe, normalerweise hochwertige Brasserieküche gekocht wird, klappte es auch mit den traditionell osmanischen Gerichten ganz hervorragend.

So lohnt sich eine Reise in die Türkei nicht nur wegen der Strände, dem Meer oder der Sehenswürdigkeiten. Ob in traditionellen Restaurants, auf lebendigen lokalen Märkten oder bei interaktiven Kochkursen: Die türkische Küche lässt sich mit allen Sinnen entdecken. Frische Zutaten, überlieferte Rezepte und die herzliche Gastfreundschaft machen jede Mahlzeit zu einem besonderen Erlebnis. So entstehen emotionale Verbindungen, die weit über den Urlaub hinaus wirken und die Reiselust nachhaltig prägen.

Gourmetwelten-Autorin Gesa Noormann liebt türkische Küche