BERLIN
04. April 2009

tip Berlin mit den Wein & Gourmet-Welten

Aktuelle Ausgabe

Tour d'Horizon über Snobismus und Hybris der Hauptstadt-Gastronomie im Berliner tip-Magazin. Von Niko

Mein Lieblings-Fast Food: Chi­cken-Kebab aus dem Best Kebab an der Gedächtniskirche unter dem Schimmelpfeng-Haus: Chi­cken plus Gemüse, Kartoffeln, Schafskäse und einem Spritzer Zitronen­saft. Vergesst alle anderen Kebabs.

Das mondänste Restaurant: Grill Royal hat dem Borchardt längst den Rang abgelaufen. Ein eiskalter Borgmann-Likör mit Nelken an der Bar, und die Welt ist in Ordnung.

Coole Berlin-Restaurants: Fleischerei und Meat Burger an der Schönhauser Allee, das Neu in den Heckmann Höfen mit Weinen aus Hammers Weinbar und das Kirk Royal. Cool!

Inspirationen: Das Rodeo unter der Kuppel des Postfuhramtes ist der legitime Nachfolger des eins­tigen - damals nähe Dussman - Cookies Cream.

Schade, dass der China Club nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist, das Essen ist viel besser geworden.

Was fehlt: große Restaurants mit ausgelassener Stimmung wie in Moskau.

Was weiter fehlt: Erotik. Berlins Restaurantszene sehnt sich nach Frauen auf hochhackigen Manolo Blahniks. Sind alle in Moskau.

Fehlt bis in alle Ewigkeiten: Drei-Sterne-Restaurants in Berlin, das erleben wir nicht. Braucht Berlin die überhaupt?

Entdeckung: Das Café Einstein an der Kurfürstenstraße erneuert sich selbst, es lohnt sich wieder hinzugehen.

Hybris und Gastronomie: Wann kracht das Imperium des Jo Lagg­ner? Übernimmt er vorher noch den kompletten Gendarmenmarkt?

Meine Gourmet-Luxusklasse: das Fischers Fritz. Zum Lunch die Hum­merpresse bestellen. Snobis­mus in Reinform, unübertroffen.

Mein Lieblingsprojekt: die "Wein- und Gourmetwelten" zum wich­­tigsten Genuss-Newsportal Deutschlands zu machen.

Schlechtestes Essen der letzten Zeit: im Schweighofers, dabei waren die mal gut.

Essen in Brandenburg: Bloß nicht! Direkt durchfahren bis nach Rügen, nach Kitzbühel oder nonstop Mallorca. Wenn überhaupt ein Zwischenstopp, dann im Spreewald im Hotel Zur Bleiche.

Großes Entsetzen: die Schließung des vielversprechenden Res­taurants Privat im Bangaluu. Die Entscheider haben keinen blassen Schimmer, dafür viel verbrannte Erde hinterlassen.

Kunst im Restaurant: P12 mit 25 Gemälden des Malers Albrecht Gehse und exzellenter Küche. Sein Sohn kocht übrigens mit Tilo Roth im neuen Rodeo.

Auf was ich verzichten kann: molekulares Chichi und die Bar Tausend. Braucht niemand.

Worauf ich mich freue: die Eröffnung der Rotisserie Weingrün und dass es Herbert Beltle dann wieder besser geht.

Sollte jeder einmal gemacht haben, bevor er stirbt: eine Gourmet-Safari durch den Hinterhof des Adlon. Mittags die ersten beiden Gänge im Ma Tim Raue, dann ins Gabriele nebenan, nachmittags auf ein paar Häppchen hoch ins Lorenz Adlon und anschließend runter zur Entspannung in den Day-Spa. Am Abend ins Uma an die Sashimi-Bar, und abschließend der Absacker, ein japanischer Dry Martini an der Shochu-Bar. Wer kommt mit?

Zum Original-Artikel im aktuellen tip Berlin Magazin