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23. Juli 2010

Tourismus floriert in Hessen

Hessischer Tourismus floriert im Super-Sommer 2010

Der Aufschwung im hessischen Tourismus setzt sich fort. Nach neuen Zahlen des Statistischen Landesamtes haben die Gäste- und Übernachtungszahlen noch einmal zugelegt. Auch aufgrund des Super-Sommers rechnet die für das landesweite Tourismus-Marketing zuständige Hessen Agentur (HA) mit einer «sehr positiven Tendenz für 2010».

«Immer mehr Leute buchen spontan und machen dies auch von der Wettersituation abhängig», sagte HA-Sprecher Hans-Peter Stadler. Die Temperaturen dürften den Tagestourismus weiter ankurbeln und Kurzentschlossenen Argumente für einen längeren Ausflugstrip liefern, sagte er zur Halbzeit der Sommerferien in Hessen.

Im Mai legten die Gästezahlen in Hessen laut Statistischem Landesamt um 2,7 Prozent auf 1 102 775 im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. Die Übernachtungszahlen stiegen im Mai um 1,3 Prozent auf 2 588 037. Von Jahresbeginn bis Ende Mai betrachtet gingen die Zahlen ebenfalls nach oben: Bei den Gästen im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum um 5,1 Prozent auf 4 521 123 und bei den Übernachtungen um 2,9 Prozent auf 10 623 705. Die Gäste blieben laut Statistik im Schnitt 2,3 Tage.

Laut Hessen Agentur zieht auch der Business-Tourismus wieder an. Die größten Profiteure des Super-Sommers sind den Angaben zufolge Freibäder, Badeseen, Biergärten und Strandclubs. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation gebe es bei bestimmten Bevölkerungsgruppen einen Trend zum «Urlaub daheim» mit Tagesausflügen in die Umgebung. Inlandsziele erfreuten sich wachsender Beliebtheit.

Der Hotel- und Gaststättenverband zog eine durchwachsene Sommer- Zwischenbilanz: «Ohne die Fußball-WM hätten wir ein Problem in der Gastronomie gehabt», sagte Hauptgeschäftsführer Julius Wagner. Der heiße Sommer habe der Branche nicht unbedingt gut getan. Der Mittagsbetrieb sei wegen hoher Temperaturen nicht so gut gelaufen. An lauen Sommerabenden hätten sich die Gäste eher zu späterer Stunde eingefunden. Die Saison habe leider spät begonnen, dafür habe sich das Verbraucherverhalten nach der Wirtschaftskrise etwas entspannt.

Klassische Sommerziele sind laut Hessen Agentur die nordhessischen Seen mit dem Edersee und dem Nationalpark Kellerwald-Edersee, das Biosphärenreservat Rhön, das Lahntal, der Vogelsberg und der Odenwald. Gerade die Feriennachfrage konzentriere sich auf Feriendörfer, Urlaub auf dem Bauernhof sowie auf Ferienwohnungen und -häuser. In letzter Zeit habe sich aber auch der Event bezogene Kultur- und Städtetourismus positiv entwickelt, sagte Stadler. Veranstaltungen wie das Rheingau Musik Festival, der nordhessische Kultursommer und das Museumsuferfest Frankfurt waren Reiseauslöser.

«Das wird sicherlich ein guter Sommer», schätzte Vorstand Gerhard Schönweitz vom Verband der hessischen Campingplatzunternehmer die Anfragen bereits vor ein paar Wochen ein. 2009 wurden über eine Million Übernachtungen auf den Campingplätzen gezählt.  

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Übernachtungen erstmals seit länger Zeit in Hessen etwas zurückgegangen und knapp unter 27 Millionen gerutscht. Dabei betraf das Minus hauptsächlich die Geschäftsreisen. Doch egal ob Großstadt oder ländliche Region - überall wird auf zahlungskräftige Besucher gehofft.

In Frankfurt gibt ein Gast mit Übernachtung pro Tag rund 200 Euro aus, während ein Tagestourist mit weniger als 50 Euro auskommt. In der Rhön schlagen Übernachtungsgäste mit 119 Euro zu Buche - vor zehn Jahren waren es noch 85 Euro.

In Rüdesheim sind es 90 Euro, an der Bergstraße im Durchschnitt 115 Euro. Der Bruttoumsatz im hessischen Tourismus wird auf etwa zehn Milliarden Euro geschätzt. Er bietet 200 000 Vollzeitarbeitsplätze. (Jörn Perske, dpa)