Reise
03. September 2009

Tourismus in Ostdeutschland

Die Zahl der Touristen in den ostdeutschen Bundesländern steigt weiter, zugleich kämpft die Branche aber mit wirtschaftlichen Problemen

Im vergangenen Jahr verzeichneten die Hoteliers und Vermieter rund 64 Millionen Übernachtungen, 2,2 Prozent mehr als noch 2007. Das geht aus dem Tourismusbarometer hervor, das der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) am Mittwoch im sächsischen Freiberg veröffentlichte. Mit rund 23,8 Übernachtungen zog es die meisten Besucher nach Mecklenburg-Vorpommern.

Obwohl mehr Gäste in den Osten Deutschlands reisten, verschlechterte sich laut Studie die wirtschaftliche Situation im Gastgewerbe deutlich. Vor allem steigende Kosten, aber auch der höhere Mehrwertsteuersatz sowie das Rauchverbot führten nach OSV- Angaben bundesweit zu einem Umsatzrückgang von 2,4 Prozent. Zudem sei die Zahl der Insolvenzen sehr hoch. Deswegen hätten viele Unternehmen Mitarbeiter entlassen. Nachholbedarf sieht der OSV in der gehobenen Gastronomie. Auch der Nachwuchsmangel ist ein großes Problem.

Außer Mecklenburg-Vorpommern (plus 3,6 Prozent) verzeichnete auch Brandenburg mit 2,4 Prozent einen höheren Anstieg bei den Übernachtungen als der Bundesschnitt (1,9 Prozent). Auch nach Sachsen-Anhalt (1,9 Prozent), Sachsen (1,0 Prozent) und Thüringen (0,5 Prozent) reisten mehr Besucher als noch 2007.

Die drei beliebtesten Reisegebiete liegen alle im Norden: Vorpommern, die Mecklenburgische Ostseeküste sowie die Inseln Rügen und Hiddensee zählten zusammen rund 19 Millionen Übernachtungsgäste. Die Stadt mit der größten Anziehungskraft war einmal mehr Dresden. Hier übernachteten mehr als 3,2 Millionen Menschen. Den größten Besucherzuwachs aber hatte das Dahme-Seengebiet in Brandenburg mit einem Plus von 13,6 Prozent.

Einen Einbruch verzeichneten allerdings die ostdeutschen Freizeit- und Kultureinrichtungen. Sie verloren im Vergleich zum Vorjahr 3,1 Prozent ihrer Besucher. Mit minus 4,7 Prozent musste Thüringen den größten Rückgang hinnehmen. Grund seien das durchwachsene Wetter und der ungünstige Ostertermin gewesen, hieß es. Nur wenige Bereiche zählten mehr Besucher, etwa Bergbahnen und Freizeitparks.

Hingegen begrüßten die ostdeutschen Länder deutlich mehr ausländische Besucher, lediglich nach Thüringen kamen weniger Gäste aus der Ferne. Der Marktanteil liegt allerdings lediglich bei 5,7 Prozent, in den westdeutschen Ländern sind es mit 17,5 Prozent deutlich mehr.

Das Tourismusbarometer untersucht seit 1998 Trends und Entwicklungen in der Tourismuswirtschaft in den fünf ostdeutschen Flächenländern. Mittlerweile kommt es auch auf Bundesebene sowie in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland zum Einsatz. dpa