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11. Januar 2019

Tourismus Lawinengefahr in den Alpen

Schneechaos in Deutschland und Österreich hat schon erste Folgen für den Tourismus - Kein Geld zurück für Skipass.

Nach ergiebigen Schneefällen melden die Skigebiete in den Alpen vielerorts meterhohe Schneedecken - für einige Wintersportler bedeutet das ideale Bedingungen, für viele aber auch große Einschränkungen. Die deutschen Alpen sind ein «Pulverschneeparadies», wie der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) mitteilt. Die geöffneten und gesicherten Pisten seien im Top-Zustand. Wegen des Risikos umknickender Bäume, starker Winde oder Lawinengefahr sind einige Gebiete allerdings teilweise oder ganz gesperrt.

In Garmisch-Partenkirchen etwa war am Donnerstag der obere Teil des Classic-Skigebiets gesperrt. An der Kampenwand im Chiemgau waren alle Skipisten und Winterwanderwege gesperrt. Rund um Oberstdorf fuhren die Bahnen auf Nebelhorn und Fellhorn nicht.

Auch in den Mittelgebirgen kam viel Schnee herunter. Vor allem im Bayerischen Wald herrschen den Angaben nach gute Bedingungen. Auch Langläufer profitieren von gut präparierten Loipen. Auf der Website www.seilbahnen.de/schneehoehen gibt es aktuelle Informationen über mögliche Einschränkungen in den deutschen Skigebieten.

Wer später im Winter in die Alpen fährt, darf wohl gute Pistenverhältnisse erwarten. Die großen Schneemengen sorgen für eine hohe Schneeunterlage und damit auch bei Tauwetter noch für befahrbare Pisten, lautet die Einschätzung österreichischer Tourismus-Experten.

Schneechaos in Österreich hat schon erste Folgen für den Tourismus

Die andauernden Schneefälle in weiten Teilen Österreichs haben der Tourismusbranche einen Dämpfer versetzt. «Die Tagesgäste sind im Moment nicht so zahlreich auf den Pisten unterwegs», sagte Gernot Hörwertner, Sprecher von Salzburger Land Tourismus.

Auch nach Angaben des Seilbahnen-Obmann bei der steirischen Wirtschaftskammer, Fabrice Girardoni, sind bei den Tagesgästen Auswirkungen des heftigen Winterwetters zu spüren. Die Tourismus-Obfrau der österreichischen Wirtschaftskammer sprach bereits von einem Minus von 50 Prozent bei kurzfristigen Buchungsanfragen, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete.

Ein Großteil der Skilifte ist weiterhin offen, die Anfahrt in einigen Fällen aber schwierig oder unmöglich. «Auch in Hohentauern sind derzeit zwei Pisten offen für die Gäste, die noch dort sind», sagte die Sprecherin von Tourismus Steiermark, Ute Hödl. Die kleine Gemeinde ist bereits seit Samstag nicht erreichbar. Laut Hödl harren dort auch einige Touristen aus Hessen aus, die aber zumindest Skifahren können. Ähnliches gilt für die Planneralm: Auch hier ist keine Zufahrt möglich, einige Lifte sind aber geöffnet.

Die Tourismus-Experten sind zuversichtlich, dass die ergiebigen Schneefälle langfristig von Vorteil sein werden. «Die aktuellen Schneemengen garantieren, dass wir bis zum Saisonende beste Pistenverhältnisse haben werden», sagte Girardoni. Die großen Schneemengen würden nach Möglichkeit als Piste präpariert, die Schneeunterlage der Pisten sei also entsprechend hoch. «Auch bei Tauwetter bleiben sie dann gut», erklärte Girardoni.

Im Salzburger Land sind laut Tourismus-Sprecher bereits vermehrt Buchungen für die kommenden Monate eingegangen. «Viele Gäste buchen jetzt für die Semesterferien im Februar und sogar für Ostern im April», sagt Hörwertner. dpa

Skigebiet wegen Wetter geschlossen: Kein Geld zurück für Skipass

Muss ein Skigebiet wegen Extremwetter schließen, bleiben Urlauber auf den Kosten für den Skipass sitzen. Skigebiete und Liftbetreiber schließen eine Erstattung wegen Schlechtwetter in der Regel in ihren Geschäftsbedingungen aus.

Ski amadé in Österreich erklärt: «Witterungsbedingte oder aus anderen technischen Gründen erforderliche Betriebseinstellungen von Anlagen, Pisten oder ganzen Skigebieten, Lawinengefahr, vorzeitige Abreise oder Unterbrechung begründen keinen Anspruch auf Entgelterstattung oder Gültigkeitsverlängerung.» Auch im Gebiet Ski Arlberg gibt es nach eigenen Angaben keine Ermäßigungen und Rückerstattung von Kosten bei zu viel Schneefall für den Betrieb der Lifte.

Pauschalurlauber, die ihren Winterurlaub über einen Reiseveranstalter gebucht haben, gehen ebenfalls leer aus. Auch der Veranstalter kann für das Wetter nicht garantieren. Es besteht kein Anspruch auf Minderung des Reisepreises und Schadenersatz. dpa