REISE
26. Juni 2009

TUI senkt Preise für Fernreisen

Reiseveranstalter TUI senkt im Winter die Preise für Fernreisen

Der größte deutsche Reiseveranstalter TUI senkt angesichts der Nachfrageflaute die Preise für Mittelstrecken- und Fernreisen in der Wintersaison im Durchschnitt um fünf Prozent. Wegen der Wirtschaftskrise achteten die Urlauber besonders stark auf den Preis, sagte TUI Deutschland-Chef Volker Böttcher bei der Vorstellung der Winterkataloge.

Zugleich hat TUI auch die Kapazitäten gegenüber dem Vorjahr verringert, um einem Überangebot und einem größeren Preisrutsch vorzubeugen. «Wir werden uns nicht an Preiskämpfen beteiligen, um Marktanteile zu erhalten», sagte Böttcher. Die TUI stelle sich darauf ein, dass auch das nächste Jahr noch schwierig werde.    

Die Preissenkung im Winter sei durch harte Einkaufsverhandlungen etwa mit Hoteliers und durch gesunkene Kerosinpreise erreicht worden. Die für den Gewinn wichtige Marge der TUI bleibe davon unberührt. Eine konkrete Prognose für die weitere Entwicklung abzugeben, sei nicht möglich, sagte Böttcher. Eine zentrale Rolle werde der Arbeitsmarkt spielen. Bisher würden die Auswirkungen der Krise in vielen Betrieben noch durch Kurzarbeit abgemildert.

   TUI Deutschland hat bisher zehn Prozent minus bei den Buchungen und minus zwölf Prozent beim Umsatz hinnehmen müssen. Allerdings sei dies auch auf die Reduzierung des Angebots zurückzuführen, sagte Böttcher. «Wir verzichten zu Gunsten unserer wirtschaftlichen Ziele bewusst auf Umsatz.» In den Sommermonaten sehe er aber noch gute Chancen, das aktuelle Buchungsminus weiter zu verringern. Nach Marktanalysen gebe es noch ein Restpotenzial von fast 14 Millionen Reisen.    

Besonders beliebt sind nach den Worten Böttchers derzeit vor allem All-inclusive-Angebote, bei denen die Kosten von vornherein berechenbar sind. Mehr als jede zweite Reise ans Mittelmeer werde 2009 aus diesem Segment kommen. Zudem seien reine Unterkunftsbuchungen aktuell stärker gefragt. Ein weiterer Trend liege in einem steigenden Qualitätsbewusstsein der Kunden. Die Produktlinie TUI Premium habe schon im vergangenen Touristikjahr ein zweistelliges Wachstum verbucht und schlage sich auch im Krisenjahr überdurchschnittlich gut.    

Bei den Zielen stünden die USA zur Zeit hoch im Kurs, unter anderem wegen des günstigen Dollarkurses. Mexiko bleibe wegen der Schweinegrippe hinter den Erwartungen zurück. Am Mittelmeer laufe besonders die Türkei gut - wegen günstiger Preise und eines großen All-inclusive-Angebots. Italien und Kroatien entwickelten sich auf Vorjahresniveau,aber besser als der Durchschnitt. Mallorca sei rückläufig, bleibe aber die Nummer eins unter allen Zielen. Bei den Autoreisen liege Deutschland hoch im Kurs. An Nord- und Ostsee gebe es Zuwachsraten von zehn und 18 Prozent. dpa