20. April 2009

Umsätze im Gastgewerbe: Krise schlägt zu

Deutschlands Wirte und Hoteliers bekommen die Wirtschaftsflaute jetzt immer stärker zu spüren. Im Februar setzte das Gastgewerbe real 8,9 Prozent und nominal 6,6 Prozent weniger um als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Branchenverband Dehoga sieht 100.000 Arbeitsplätze gefährdet.

In konstanten Preisen (real) erzielten Wirte, Caterer und Hoteliers im Februar zum neunten Mal in Folge sinkende Erlöse und erlitten den stärksten Einbruch seit Dezember 2002. Damals sanken die Umsätze im Jahresvergleich um 13,2 Prozent: Viele Menschen verzichteten seinerzeit wegen massiver Preiserhöhungen in der Gastronomie zur Euro-Bargeldeinführung auf Kneipen- und Restaurantbesuche, wie ein Statistiker des Bundesamts erläuterte.

Im Vergleich zum Januar 2009 erhöhten sich die Umsätze im Februar kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent. Im Januar (minus 1,3 Prozent) und im Dezember 2008 (minus 1,1 Prozent) waren die Erlöse im Vergleich zum Vormonat jeweils real gesunken.

"Es ist erschreckend, wie stark sich das Gastgewerbe auf Talfahrt befindet", sagte eine Sprecherin des Branchenverbands Dehoga. Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe das Gastgewerbe voll erfasst. "Wir leiden unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher und der Sparneigung der Firmen." Viele Unternehmen hätten ihre Ausgaben für Geschäftsreisen radikal gekürzt. Großstadt- sowie Kongress- und Tagungshotels litten daher besonders unter einer sinkenden Belegung.

Der Verband schätzt, dass infolge der Krise 100.000 Arbeitsplätze in den 243.000 Betrieben akut in Gefahr sind. Daher forderte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband erneut die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes von 7 Prozent im Gastgewerbe. Das sei das beste Konjunkturprogramm für die Branche mit einer Million Beschäftigten und einem Jahresnettoumsatz von 55,5 Milliarden Euro.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes blieben alle drei Sparten des Gastgewerbes im Februar 2009 nominal und real unter den Umsatzwerten des Vorjahresmonats: Die größten Einschnitte musste das Beherbergungsgewerbe mit real minus 10,9 Prozent (nominal minus 8,2 Prozent) hinnehmen. In der Gastronomie wurden genauso wie im Catering real 7,6 Prozent weniger umgesetzt. dpa