Truszkowski stammt aus dem Rheingau und der Moselregion und studierte an der Hochschule Geisenheim Internationale Weinwirtschaft. Er verfügt über mehr als fünfzehn Jahre Erfahrung im internationalen Weinhandel und Weinmarketing: Beim Online-Händler Wine in Black trieb er die Expansion in fünf europäischen Märkten voran, bei der österreichischen Weinhandelskette Wein & Co war er als Geschäftsführer tätig, anschließend über fünf Jahre geschäftsführender Gesellschafter der Berliner Weinhandelsgruppe Naturgenuss & SUFF. Zuletzt leitete er als Gutsdirektor ein VDP-Weingut an der Saar. Er ist Mitherausgeber des Weinmagazins „Schluck“.
Die Personalie folgt einer Entwicklung, die im Keller begann. Seit Toni Frank 2019 als Kellermeister nach Ingelheim kam, hat sich das Sortiment konsequent auf Spätburgunder und Chardonnay vom Muschelkalk konzentriert; der Betrieb arbeitet ökologisch, die Rotweine werden unfiltriert abgefüllt. Die aktuellen Weinführer ordnen das Gut übereinstimmend in die deutsche Spitze ein. Den Spätburgundern attestierte VINUM zuletzt „diese besondere duftige Frische und Eleganz, wie man sie nur sehr selten bei den Pinots antrifft“. Falstaff hebt hervor, dass sich inzwischen auch „Weißburgunder und Chardonnay zu neuen Höhen aufschwingen“.
„Die Arbeit in Weinberg und Keller trägt inzwischen sichtbar Früchte“, sagt Christian Schmitz, Inhaber des Weinguts J.Neus. „Uns war dabei immer klar, dass der zweite Schritt der Markt sein würde und dass er dieselbe Sorgfalt verlangt wie der erste. Mit Paul Truszkowski haben wir jemanden gefunden, der in denselben Zeiträumen denkt wie wir.“
Paul Truszkowski kennt das Gut seit Langem. „Ich verfolge die Entwicklung in Ingelheim seit dem Eigentümerwechsel 2012 aufmerksam, und mit Toni Frank hat die Qualität noch einmal einen deutlichen Sprung gemacht“, sagt er. „Wenn ich mit Sommeliers über J.Neus spreche, höre ich fast immer dasselbe: spannendes Gut, spannende Weine, aber man begegnet ihnen zu selten. Die Weine sind besser, als das Haus bekannt ist. Genau das zu ändern – darauf freue ich mich, gemeinsam mit dem ganzen Neus-Team.“
Im Fokus der kommenden Monate stehen der Ausbau der Präsenz im Fachhandel und in der Spitzengastronomie sowie die Erweiterung der Exportmärkte.
Über das VDP.Weingut J.Neus
1881 von Josef Neus gegründet, gehört das Weingut J.Neus zu den prägenden Häusern der Rotweinstadt Ingelheim. Auf ihn geht die nach ihm benannte Spätburgunder-Selektion Neus zurück – eine sélection massale über Jahre eigens ausgewählter Spätburgunderreben – ebenso wie das bis heute erhaltene Ensemble aus Gutshaus, Kelterhaus und dem längsten Gewölbekeller Rheinhessens, 2018 ausgezeichnet mit dem Great Capitals International Award. Dem Verband Deutscher Prädikatsweingüter gehört das Gut seit der Verbandsgründung 1971 an und war zuvor bereits Mitglied der Vorgängervereinigung, des Verbands Deutscher Naturweinversteigerer. Seit 2012 ist es im Besitz der Mainzer Unternehmerfamilie Schmitz.
Auf fünfzehn Hektar, vorwiegend Muschelkalk, stehen rund sechzig Prozent Spätburgunder, daneben vor allem Chardonnay und Weißburgunder – unter anderem in den VDP.GROSSEN LAGEN Horn und Pares sowie im Ingelheimer Schlossberg (VDP.ERSTE LAGE). Die Rotweine entstehen in offenen Gärbottichen mit Pigeage von Hand und reifen unter anderem im hauseigenen 1.200-Liter-Stückfass. Zum Sortiment gehören Sekte nach traditioneller Flaschengärung gemäß VDP.SEKT-Statut. Das Weingut ist EU-Bio-zertifiziert und nach Fair Choice nachhaltigkeitszertifiziert.