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26. April 2018

VDP-Prädikatsweingüter Gutes Wirtschaftsjahr 2017

Sechs Prozent mehr Umsatz, moderate Preissteigerung in fast allen Segmenten und stabile Absatzkanäle stimmen die VDP-Winzer zur Weinbörse in Mainz positiv.

Wenn am 29. April die weltweit größte Fachmesse für deutschen Spitzenwein, die VDP.Weinbörse 2018, eröffnet, präsentieren die 195 VDP-Prädikatsweingüter nicht nur einen feinen, aber leider mengenmäßig kleinen 2017er Jahrgang, sie blicken auch auf ein erfolgreiches Wirtschaftsjahr zurück.

Mit einem Preisplus von zwei Euro je Flasche bei den Top-Weinen aus GROSSER LAGE und Umsatzsteigerungen von sechs Prozent können die Winzer sehr zufrieden sein. Auch auf den internationalen Märkten sind VDP-Weine sehr gefragt. Sorge bereiten die durch widrige Witterung bedingten, niedrigen Erntemengen des Vorjahres, die speziell im Premiumsegment zu Engpässen und strengerer Zuteilung der Weine führen werden.

"2017 war ein Jahr, das erneut unser in vielen Jahrzehnten erworbenes Wissen gefordert hat. Zuerst zu trocken und dann mancherorts zu nass, galt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch letztlich konnten wir ausgezeichnete Qualitäten mit feiner Säure und guter Struktur abfüllen, die sich bestens in die letzten Jahrgänge einfügen und uns bereits viel Freude bereiten. Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weinbörse", so Steffen Christmann, Präsident des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter.

VDP-Absatzstrukturen

Das Umsatzvolumen lag mit 336 Millionen Euro um sechs Prozent über dem Vorjahresergebnis. 29 Millionen Flaschen setzten die VDP.Prädikatsweingüter zwischen Anfang Januar und Ende Dezember 2017 ab.

Die Durchschnittspreise pro 0,75-Liter-Flasche konnten in allen vier Qualitätssegmenten erneut leicht gesteigert werden. Beim VDP-GUTSWEIN wurde nach einem Durchschnittspreis von 9,70 Euro in 2017 die magische 10-Euro-Grenze geknackt. Der VDP-ORTSWEIN lag bei 13,20 Euro (2017: 12,70 Euro), die VDP-ERSTE LAGE Weine erlösten wie im Vorjahr 17,00 Euro pro Flasche. Bei den Weinen aus VDP-GROSSER LAGE gelingt es immer mehr die immensen Produktionskosten dieser Spitzenweine im Markt honoriert zu bekommen. Mit einem Wachstum von sechs Prozent werden nun um die 34,00 Euro erzielt.

Inland

Wie in den vergangenen Jahren wurden die meisten Flaschen der VDP-Prädikatsweingüter im Inland konsumiert. Die Absatzzahlen zeigten sich stabil. 2017 wurden rund drei Viertel der Absatzmenge im Inland vertrieben. Angesichts des mengenmäßig zufriedenstellenden Jahrgangs 2016 konnte die Nachfrage ausreichend bedient werden.

Der Direktverkauf ab Weingut war mit 45 Prozent nach wie vor der stärkste Absatzweg der Weingüter (2017: 42 Prozent). Der Weintrinker schätzt den persönlichen Kontakt zum Winzer und pflegt das Einkaufserlebnis vor Ort. Die Jahressteigerung von drei Prozent war aber auf das wachsende Geschäft der Weingüter über ihre eigenen Onlineshops zurückzuführen. Hier stiegen die Verkäufe von fünf auf acht Prozent.

Regionalität liegt in der Gunst der Weinkenner im Trend. Die hohe Nachfrage nach regionalen Produkten spiegelte sich auch im stationären Handel wieder. Insbesondere die gehobenen Supermärkte, die sich in Richtung Feinkostladen bewegen, setzten verstärkt auf hochwertige heimische Weine. So machte der LEH mit zwölf Prozent der Verkäufe neben dem klassischen Weinfachhandel mit 25 Prozent eine beachtenswerte Größe aus.

Auch die gehobene Gastronomie setzt zunehmend auf regionale Produkte und forciert den Trend durch authentische VDP.Weine auf den Weinkarten. Sie stellten mit 18 Prozent (2017: 17 Prozent) einen wichtigen und wachsenden Vertriebs- und Kommunikationskanal für die VDP-Winzer dar. Insbesondere VDP-ORTSWEINE und Weine aus VDP-ERSTE LAGE verfügen als Botschafter der Regionen über ein für die Gastronomie interessantes Verhältnis zwischen Wareneinsatz und Verkaufspreis.

AUSLAND

Viele VDP-Weingüter arbeiten deutlich exportorientiert. Der Weinexport lag 2017 regional sehr unterschiedlich bei ca. einem Viertel der Gesamtabsatzmenge. Die Verteilung auf die einzelnen Exportmärkte ist stark von der Ausrichtung des jeweiligen VDP-Weingutes abhängig. Als wichtigste Exportmärkte erwiesen sich 2017 abermals Benelux, die USA und Skandinavien.

Insbesondere auf den skandinavischen Märkten besteht eine große Nachfrage nach ökologisch angebauten Weinen. Der naturnahe Weinbau ist in den Grundsätzen des VDP fest verankert. Schon heute bewirtschaften die VDP-Weingüter die 5% der Gesamtfläche bewirtschaften 12 Prozent der ökologischen Rebflächen in Deutschland. Bereits jedes dritte VDP-Weingut ist ökozertifiziert.

Doch nicht nur die klassischen Importländer entwickelten sich positiv. Im Fokus vieler VDP-Weingüter standen Nationen wie China, Kanada und Russland.

FAZIT

"Wir sind weiter auf einem guten Weg. Die kontinuierliche Qualitätsarbeit der letzten Jahre zahlt sich aus. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Spitzenweinen wächst, auch wenn die absoluten Zahlen noch Wachstumspotential haben. Im Inland freuen wir uns über die neueste Entwicklung, eine Profilierung der Herkünfte im deutschen Weinrecht zu verankern.

Hier hat die Klassifikations-Arbeit der VDP-Weingüter in den letzten 20 Jahre maßgeblich dazu beigetragen, sich auf den Weinberg als Basis für Qualität zurückzubesinnen und klassische Rebsorten in den Vordergrund zu stellen. Umso wichtiger wird es in Zukunft sein, die Weine der vier Qualitätsstufen VDP-Gutswein, VDP-Ortswein, VDP-Erste Lage und VDP-GROSSE LAGE klar zu positionieren und eine gesicherte Nachfrage in allen Klassifikationsstufen zu gewährleisten", zieht VDP-Präsident Steffen Christmann Bilanz.