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05. Juli 2018

Verband Deutscher Prädikatsweingüter VDP-Sekt-Statut

Prädikatsweingüter beschließen eigene Sektklassifikation auf Grundlage der Herkunftspyramide: Der Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) will mehr Orientierung beim Kauf von hochwertigem Sekt mit einer eigenen Sektklassifikation bieten.

"Mit unserem "VDP-Sekt-Statut" wollen wir Weinliebhabern in Deutschland und international einen Qualitätskompass an die Hand geben, der ihnen am Weinregal hilft, sich angesichts des breiten Angebotes zu orientieren", teilte VDP-Präsident Steffen Christmann vor der Mitgliederversammlung am Donnerstag in Oberwesel am Rhein mit.

Diese neue Klassifikation überträgt laut VDP die Wein-Qualitätskriterien des Verbands auf die Herstellung von Schaumwein. Kernstück sind demnach die qualitativ steigenden Stufen VDP-Gutssekt, VDP-Ortssekt, VDP-Erste Lage und VDP-Große Lage - angelehnt auch an die Regularien des Champagners in Frankreich.

So ist die traditionelle Flaschengärung wie in der Champagne in allen vier Qualitätsstufen obligatorisch. Dabei müssen die Guts- und Ortssekte mindestens 15 Monate auf der Hefe liegen, Lagensekte und alle Jahrgangssekte mindestens 36 Monate. Auch bei diesen Zeiträumen hat sich der VDP an der Champagne orientiert.

Zudem werden die Trauben früh und von Hand gelesen sein und müssen aus eigener Produktion stammen. Festgelegt sind auch Richtwerte für den Alkoholgehalt im Grundwein beziehungsweise im Sekt und eine maximale Auspressquote für die Trauben. Für die Herstellung des Sekt-Grundweins gelten die strengen Richtlinien des VDP.

"Mit seinen strikten Qualitätskriterien entspricht das VDP-SEKT-STATUT höchsten internationalen Anforderungen. Damit unterstreicht der VDP seine Vorreiter-Rolle als Garant und Verfechter höchsten Wein- und nun auch Sektgenusses", sagte Präsident Steffen Christmann. Deutscher Sekt habe in den vergangenen Jahren bei Weinliebhabern im In- und Ausland an Bedeutung gewonnen. Noch sei aber der Begriff Deutscher Sekt sehr weit gefasst.

Journalistin und Schaumweinexpertin Anne Krebiehl MW, die den Prozess der VDP.Sektklassifikation gedanklich unterstützt hat, sagte: "Sekt als eigenständige Sparte und unter ebenso kompromisslosen Qualitätsgesichtspunkten zu erzeugen wie Lagenwein wird zum Nachdenken anregen. Es wird Schaumweintrinker und -liebhaber bewegen, diese Sparte ganz neu für sich zu definieren und zu entdecken". Regionale Unterschiede unterstrichen dabei die Vielfalt des Schaumweins: die Rieslingsekte in ihrer Eigenständigkeit und mit ihrem Alleinstellungsmerkmal ebenso wie die Sekte aus Chardonnay und Burgundersorten. Lagensekte seien dazu wunderbar zu konservierende Zeitkapseln. "Sekt verleiht der Rebsorte, dem Jahrgang und der Lage neue Facetten. Jedes Bläschen ist wie ein Vergrößerungsglas, in welchem sich alles verdeutlicht", so Krebiehl.

Der formale Beschluss des VDP für die neue Orientierungshilfe wurde bei der Mitgliederversammlung am Donnerstag in Oberwesel laut einer Verbandssprecherin gefasst. Der VDP ist ein Zusammenschluss von 195 Spitzenweingütern. GW/dpa

Niko meint: Ein ganz ausgezeichnetes Konzept. Dadurch kann der deutsche Sekt wieder seinen herausragenden Status erreichen, den er einst vor über 100 Jahren innehatte. Auch die stiefmütterliche Behandlung in den meisten Wein-Guides dürfte damit ein Ende nehmen. Das Österreichische Wein-Marketing hat eine ähnliche, wenn auch breiter gefasste Konzeption bereits umgesetzt.

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