News
07. April 2009

Verbraucherschutz: Wegfall der Packungsstandards

Verbraucherschützer warnen vor Preiserhöhungen durch die neue Verpackungsverordnung. Im Zuge ihrer Umsetzung am 11. April entfallen für die Hersteller bei vielen Produkten bislang vorgeschriebene Mengen- und Packungsstandards

Bislang konnten sich Kunden beim Preisvergleich darauf verlassen, dass zum Beispiel eine Tafel Schokolade 100 Gramm enthielt, eine Packung Milch einen halben oder einen Liter. Künftig sind auch andere Größen erlaubt, erläutert die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in Mainz. Der Inhalt einer Packung Schokolade könne also auf 90 Gramm schrumpfen. Bleibt der Preis dann gleich, zahlten Verbraucher drauf.

Preisvergleiche würden durch die Neuerung schwieriger. Verlässlich sei für Verbraucher künftig nur noch die Rechnung über den sogenannten Grundpreis: Dieser muss im Supermarkt neben dem Preis für die einzelne Packung zu finden sein. Er gibt an, wie viel eine Ware pro Liter, Kilogramm oder 100 Gramm kostet. Erhalten bleiben die gewohnten Füllmengen gesetzlich verordnet bei Wein, Sekt und Spirituosen.

Bereits jetzt sei die Masche "geringere Füllmenge bei gleichem Preis" bei vielen Produkten immer wieder zu beobachten, fügt die Verbraucherzentrale Hamburg hinzu. So wurde die Zahl der Windeln pro Packung beim Hersteller Pampers den Angaben zufolge jüngst vermindert, ohne dass der Preis im gleichen Umfang sank - eine Preiserhöhung um 10 Prozent für die Warenmenge sei die Folge gewesen. Auch bei einem Geschirrspülmittel der Marke Calgonit sei der Inhalt verringert worden - in der Folge stieg der Preis für die Ware in der Packung im Vergleich um 20 Prozent. dpa