14. August 2009

Verkaufsverbot für Austern

Bereits das 4. Amtliche Verkaufsverbot für Austern aus dem Bassin d'Arcachon wurde dieses Jahr vom französischen Gesundheitsministerium ausgesprochen. Allerdings hat sich fast keiner an dieses Verbot gehalten

Das Prüfverfahren als Grundlage eines Verbotes ist sowohl von den Austernzüchtern als auch von führenden französischen Experten und unabhängigen Instituten als unzureichend und veraltet eingestuft. Im September wird sich die Europäische Union mit diesem Thema befassen, damit eine andere Prüfmethode entwickelt werden kann.

Der "Test de la souris" (einziger offizieller Test, der erlaubt ist) läuft beispielsweise so ab: Eine ungefähr 20 g leichte Maus bekommt eine intravenöse Lösung (bestehend aus einem Teil des Magen-Darm-Traktes der Auster) gespritzt. Überlebt die Maus, sind die Austern zum Verkauf frei gegeben. Stirbt sie, wird der Verkauf gestoppt.

Leider ist dies kein schlechter Scherz, sondern dieser günstige Test wird deswegen durchgeführt, damit alle Mitglieder der Union diesen Test auch machen können, und so im Geschäft mit den Austern teilhaben können. Das Paradoxe ist, daß das Verhältnis der Menge, die der Maus gespritzt wird, vergleichbar mit einen 80 kg schweren Menschen entspricht der ungefähr 100 kg Austern verzehrt!

Zu guter Letzt: die Widersacher, die sich dem Verbot entziehen, riskieren eine Strafe in Höhe von gerade mal läppischen 38 Euro!

Das Verkaufsverbot wurde übrigens schon letzte Woche Donnerstag wieder aufgehoben. Natürlich möchten wir festhalten, das unsere Austern aus dem Norden Frankreichs kommen, westlich von der Normandie. Der "Bassin d'Arcachon" befindet sich nördlich von Bordeaux an der Atlantikküste, insofern betrifft diese Meldung nicht unsere Austern.

Die Austern "Petit Bateau" von David Hervé kommen auch nicht aus der Region sondern von der Insel Oléron tief im Atlantischen Ozean.

Euer Erik Herzum

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