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05. August 2009

Vor der Ernte auf dem Werderaner Wachtelberg

Kaum Hagelschäden und ordentliches Sommerwetter - auf dem Werderaner Wachtelberg sieht es derzeit nach einer guten Weinlese aus

«Ich bin optimistisch, dass wir gute Erträge und eine noch bessere Qualität als im Vorjahr haben werden», sagte der Winzer Manfred Lindicke in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Allerdings müsste es dafür in der nächsten Zeit warm und trocken bleiben. «Bei viel Regen ist die Gefahr von Pilzbefall und von faulen Trauben groß.» Lindicke will voraussichtlich nach dem 15. September mit der Lese beginnen.

Der 6,2 Hektar große Wachtelberg ist nach den Worten des Winzers die «nördlichste eingetragene Reblage Deutschlands mit Qualitätsweinanbau». In Brandenburg wächst unter anderem auch in der Lausitz und in der Uckermark Wein. Zuletzt erstreckte sich die Fläche mit Reben auf 14 Hektar. «Der Weinanbau wird immer beliebter, 1990 haben wir mit 6 Hektar im Land angefangen», sagte Lindicke. Auf dem Werderaner Wachtelberg will er in diesem Jahr etwa 50 Tonnen ernten - je zur Hälfte für Rot- und für Weißwein. Ganz bewusst solle die Lese deutlich geringer ausfallen als im Vorjahr mit 65 Tonnen.

«Die Qualität leidet, wenn der Ertrag zu groß ist, außerdem haben wir noch genug 2008er-Jahrgang zu bieten», erklärte der Winzer. Bei dem Ziel, den Ertrag zu drosseln, half ihm die Natur. «Durch den harten Winter hatten wir einige Bruchschäden, das heißt, dass Triebe abbrachen.» Deshalb musste Lindicke nicht selbst Hand anlegen, um die Reben etwas auszudünnen. «Wir hätten Trauben abschneiden müssen, da wir laut Weingesetz nur maximal zwölf Tonnen je Hektar lesen dürften.»

Derzeit wird der 2008er-Rotwein vom Wachtelberg, der weinrechtlich zum Saale-Unstrut-Gebiet gehört, gerade erst abgefüllt. «Dann haben wir 20 000 Flaschen zu bieten», sagte Lindicke. Der Weinbau auf dem Wachtelberg wurde 1985 wieder begonnen, nachdem er 100 Jahre lang in Vergessenheit geraten war. dpa