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26. April 2010

Wasser für die Schöneberger auf Ball des Weines

Harald Wohlfahrt, Karin Stengele und

Wohlfahrt, Beckenbauer

Schwanger ausgerechnet auf den Ball des Weines zu gehen, ist sehr schlechtes Timing

So sah es am Samstagabend auch Barbara Schöneberger. Mit kugelrundem Bauch im engen blauen Glitzerkleid kam sie auf die Bühne im Wiesbadener Kurhaus. «Darf man hier eigentlich Wasser trinken?», flachste die hochschwangere 36-Jährige, die ihr erstes Kind erwartet und am Abend zuvor noch in Berlin den Deutschen Filmpreis moderiert hatte.

In Wiesbaden hatten etwa 1000 Menschen gleich zwei Gründe zum Feiern: die zehnte Auflage des Ball des Weines und den 100. Geburtstag des Veranstalters, des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP). Zu ihm gehören 195 Weingüter aus allen deutschen Weinanbaugebieten.

Mit «Happy Birthday Verband Deutscher Prädikatsweingüter» begann Schöneberger ihren Auftritt im noblen Friedrich-von-Thiersch-Saal. Dort sang sie etwa eine halbe Stunde lang Lieder aus ihren beiden CDs mit Titeln wie «Jetzt singt sie auch noch!».

Zu ihren Zuhörern gehörten unter anderem der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und die Fußball-Legende Franz Beckenbauer. Letzterer verriet, dass er auch als gebürtiger Bayer gerne Wein trinkt. Sein Weinkeller im heimischen Salzburg sei «für ein Privathaus schon sehr ordentlich». Sein ältester und auch teuerster Wein stammt aus dem Jahr 1945 - seinem Geburtsjahr. Es ist eine Magnum Petrus, die er aufgrund einer Wette eigentlich schon mit Gerhard Schröder und Otto Schily trinken wollte.

«Ich bin ein Weintrinker, aber kein Weinkenner», plauderte Beckenbauer gut gelaunt, während er sich auf seinen Platz an einem der vorderen Tische des Saales setzte. Er trinke Weine aus aller Welt gerne, bevorzugt aber aus Österreich.

Der Wahl-Österreicher war alleine auf den Ball gekommen. Nur zum Feiern war Beckenbauer aber nicht da - der Erlös der Tombola ging an seine Stiftung, die sich für behinderte und kranke Menschen einsetzt.

Doch auch das Kulinarische kam nicht zu kurz. Beckenbauer und die anderen Gäste ließen sich unter anderem Helgoländer Hummer, Rinderfilet mit Pfefferkruste und Mokka-Törtchen mit Himbeeren schmecken. Kreiert wurde das Vier-Gänge-Menü von Starkoch Harald Wohlfahrt, der gemeinsam mit zehn weiteren Köchen nach Wiesbaden gekommen war.

«Man überlegt sich vorher natürlich schon, was den meisten Gästen schmecken könnte. Wir haben hier ja ein Publikum mit Essenserfahrung», erklärte er. Und für den passenden Wein war auf dem Ball des Weines auf jeden Fall auch gesorgt. (Sabine Maurer, dpa)