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14. November 2009

Weihnachtsmärkte in Deutschland

Weihnachtsmärkte mit prallem Rahmenprogramm in Rheinlandpfalz, Teil 1: von Trier bis Mainz, von Koblenz bis Kaiserslautern

Mit einem prallem Rahmenprogramm locken die Weihnachtsmärkte im Land in diesem Jahr Groß und Klein in die hell erleuchteten Innenstädte. Eine Kindereisenbahn, ein Kinderliedermacher und ein mittelalterliches Flötenduo: Das sind einige der neuen Attraktionen, die die die Macher des MAINZER Weihnachtsmarkts auf den drei Domplätzen präsentieren. Insgesamt öffnen am 26. November 106 Stände, 3 mehr als im Vorjahr. Es gibt besonders viele Angebote für Kinder - von Kinderschmuck über Holzspielzeug bis zur Edelstein-Sammlung. «Wir ergänzen das Sortiment auf dem Weihnachtsmarkt nur, wenn andere Stände ausscheiden mit Waren des gleichen Segments, um nicht den 12. Lederstand zu haben, den 9. Anbieter von Holzspielzeug», sagt Ralf Peterhanwahr von der städtischen Pressestelle. Neu im Warenangebot sind handgemachte Seifen und Geschenke aus Filz.

Auch das Rahmenprogramm in der Landeshauptstadt geht auf die Bedürfnisse der Kleinen ein - mit einem Zauberer (29. November), dem Kinderliedermacher Thomas Rothkranz (28. November) und einem Puppentheater (1. und 10. Dezember). Ob sich die Wirtschaftskrise auf die Geschäfte auswirken wird bleibt abzuwarten. Dass weniger Besucher kommen, glaubt Peterhanwahr nicht. Der Mainzer Weihnachtsmarkt sei «ein absoluter Magnet, es kommen Tausende von weit her, um ihn zu sehen».

In TRIER bereitet eine Weihnachtsmarkt-Akademie Familien auf das große Fest vor. Mütter und Väter können sich etwa von Radio-Profis Tipps für spannendes Geschichten-Vorlesen geben lassen. Kinder üben fleißig Weihnachtslieder, damit sie nicht nur die erste Strophe von «Stille Nacht, Heilige Nacht» singen können. Außerdem können sie sich in einem «Essunterricht» im Restaurant von einer Business-Coacherin im guten Benehmen am Festtisch schulen lassen. «Ziel der Akademie ist es, alte Tugenden neu aufleben zu lassen», sagt Organisator Thomas Vatheuer. Der 30. Trierer Weihnachtsmarkt geht vom 23. November bis 22. Dezember über die Bühne.

An 95 dekorierten Ständen zwischen Hauptmarkt und Domfreihof werden Kunsthandwerk, Lebkuchen, Kartoffelpuffer und Winzerglühwein geboten. In diesem Jahr tritt die erste deutsche Glühweinkönigin Nadine Thome (24) ihr neues Amt an - und wird in einem goldenen Trachtenkleid Besucher auf den «Glühwein-Geschmack» bringen. Zudem gibt es erstmals einen Krippenweg durch die Trierer Innenstadt, der Krippen aus acht Nationen verbindet.

In BAD KREUZNACH wird vom 26. November bis zum 6. Dezember der traditionelle Nikolausmarkt aufgeschlagen. Um die Nikolauskirche herum werden sich nach Angaben der Organisatoren 33 festlich geschmückte Buden gruppieren. Angeboten werden Weihnachtsartikel, Kunsthandwerk, Süßwaren und andere Leckereien. «Wir hoffen, dass auch die Umsätze stabil sein werden», sagte Michael Vesper von der Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach GmbH. Zum Rahmenprogramm gehört eine große Krippe mit lebenden Tieren, für die kleinen Besucher gibt es täglich außer am 3. Dezember ein weihnachtliches Puppenspiel. Den Schlusspunkt setzt der Nikolausumritt durch die Fußgängerzone.

In BINGEN bringt eine Bimmelbahn die Besucher vom Parkplatz zum Weihnachtsmarkt, der vom 11. bis 13. Dezember auf dem Freidhof seine Tore öffnet. Dort sollen etwa 30 Stände aufgeschlagen werden, die unter anderem gelaserte Glückwunschkarten auf Holz oder Schiefer, Strohschnaps sowie Kuscheltiere aus Dinkelkissen anbieten. Vom Freidhof aus können Besucher nach Angaben der Werbegemeinschaft mit «Weihnachtsrikschas» durch die Innenstadt zum Speisemarkt fahren, wo vom 29. November bis zum 23. Dezember unter einem großen Tannenbaum ein «Adventliches Treiben» mit sechs Ständen organisiert wird.

Der KAISERSLAUTERER Weihnachtsmarkt dauert vom 23. November bis zum 23. Dezember. Vom 28. bis 30. Dezember gibt es dann erstmals in diesem Jahr eine Verlängerung: einen Silvester-Markt. Die Stadtverwaltung hat für den Weihnachtsmarkt zwischen der Stiftskirche und dem Schillerplatz ein «pralles Rahmenprogramm» angekündigt. «Besonderen Wert haben wir wieder auf Tradition und eine gewisse Kontinuität gelegt», erklärt der Leiter des städtischen Veranstaltungsbüros, Alexander Heß. Für Kinder gibt es unter anderem eine Weihnachtsbäckerei, wo der Nachwuchs eigene Plätzchen backen kann. Mit größeren Auswirkungen der Wirtschaftskrise rechnet man bei der Stadtverwaltung nicht.

Lebkuchen, Lumumba und Lichterglanz warten ab dem 23. November auf die Besucher des traditionellen FRANKENTHALer Weihnachtsmarktes, der bis 22. Dezember geöffnet bleibt. Neben den klassischen Glühweinbuden und Verkaufsständen wird es auf dem Rathausplatz ein buntes Programm für Groß und Klein mit Musik- und Tanzdarbietungen geben.

Neben zahlreichen Weihnachtsmärkten gibt es in der Pfalz aber auch noch andere Attraktionen in der Adventszeit. Im Örtchen ALTHORNBACH in der Südwestpfalz zum Beispiel gibt es im Dezember einen Adventskalender der etwas anderen Art. Täglich öffnet sich in dem Ort ein Fenster eines Hauses. Neben einer kleinen Überraschung gibt es in der Regel Gebäck und etwas zu Trinken für die Besucher.

Die Wirtschaftskrise hat auf die Größe des KOBLENZER Weihnachtsmarktes keine Auswirkungen gehabt - wie in den Vorjahren werden knapp über 100 Buden auf 4 Plätzen in der Altstadt aufgebaut. «Die Beschicker der Weihnachtsmärkte sind in der Regel kleine und kleinste Betriebe - die wissen sich immer zu helfen», sagt Organisator Detlef Koenitz. Es gebe sogar ein neues Highlight auf dem Markt zwischen Rhein und Mosel. «Wir bauen ein himmlisches Weihnachtsdorf.» Dazu gehören ein Weihnachtspostamt, in dem der Nikolaus Wunschzettel entgegennimmt, und eine Weihnachtsbäckerei, in der bis zu 40 Schulklassen Plätzchen backen. Zudem werde auf einer Bühne die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens gespielt.

«Wir hatten immer konstante Besucherzahlen zwischen 300 000 und 350 000 Menschen», sagt Koenitz. Damit rechne er auch in diesem Jahr wieder, wenn das Wetter passt. «Trocken und vier bis fünf Grad - das wären ideale Voraussetzungen.» Los geht es bereits am 20. November.

Im selbst ernannten «Weihnachtsdorf» WALDBREITBACH mit rund 2000 Einwohnern werden auch in diesem Jahr Besucherströme erwartet. «Etliche 10 000 Menschen kommen ins Weihnachtsdorf», sagt eine Sprecherin beim Touristik-Verband Wiedtal. Attraktionen sind die mit 92 Quadratmetern größte Naturwurzelkrippe der Welt, eine acht Meter hohe Pyramide und ein an einem Berghang installierter «Stern von Bethlehem» mit 60 Metern Durchmesser. Der Weihnachtsmarkt ist nur an den Wochenenden des zweiten und dritten Advent geöffnet.

Zum «längsten Weihnachtsmarkt am romantischen Rhein» haben sich wieder REMAGEN, SINZIG und BAD BREISIG zusammengeschlossen. Dabei rechnen die Veranstalter mit bis zu 10 000 Besuchern auf jedem der drei Märkte am 5. und 6. Dezember. Zwei kostenlose Shuttle-Busse verbinden die Weihnachtsmärkte im halbstündlichen Takt in einer Entfernung von bis zu zehn Kilometern. «Ein Bus reicht schon nicht mehr», sagt Marco Bors von der Wirtschaftsförderung Remagen mit Blick auf das wachsende Interesse in der Region. Einen Rückgang bei den Besucherzahlen werde es trotz Wirtschaftskrise nicht geben. dpa