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25. November 2009

Weihnachtsmärkte in Thüringen

Weihnachtsmärkte in Deutschland, Teil IV: Thüringen

Thüringens Gemeinden rüsten sich für die Weihnachtsmarkt-Saison. In den größeren Städten werden die Buden Mitte dieser Woche oder am ersten Adventswochenende geöffnet. Der größte Aufwand kommt dabei auf Erfurt zu, das mit einem großen lachenden und einem kleinen weinenden Auge wieder rund zwei Millionen Besucher erwartet. «Auf die Bürger kommen natürlich Einschnitte zu von Parkplatzsorgen bis zu Umleitungen», sagt Edith Kriesche von der Kulturdirektion der Stadtverwaltung. Da organisatorisch alles aber schon «optimal ausgeklügelt» sei, könne sie nur an die Erfurter appellieren, «stolz auf den Weihnachtsmarkt zu sein und die Belastungen hinzunehmen».

Auf allen größeren Weihnachtsmärkten sind inzwischen die repräsentativen Bäume aufgestellt. Während Erfurt auf eine 27 Meter hohe Fichte aus dem Harzer Ort Elend zurückgriff, bedienen sich Städte wie Eisenach oder Suhl aus eigenen Wäldern.

Geras 55 Jahre alte Colorado-Tanne stammt aus dem Hochsauerlandkreis und hat eine Reise von 300 Kilometer hinter sich. In der ostthüringer Stadt wird der Märchenmarkt am 26. November mit einer Licht- und Lasershow eröffnet. Die zwölf Märchenensembles sind bis zum 23. Dezember aufgebaut. Insgesamt besteht der Markt aus mehr als 90 Verkaufsständen. Ebenso groß ist die «Weimarer Weihnacht», die bereits am 25. November beginnt. Erstmals wird auf dem Theaterplatz ein großes Zelt für die Kunsthandwerker der Stadt aufgestellt.    

Suhl setzt bei seinem «Chrisamelmart» («Christstollenmarkt») vom 27. November an neben den Verkaufsständen und Imbisshäuschen auf zahlreiche Zusatzangebote. Dazu gehören Vorführungen in einer Bäckerhütte, ein Weihnachtsmannbüro und eine Spielzeughütte. Zur Tradition geworden sei am Nikolaus die feierliche Abgabe der Nuckel für Kleinkinder: Wer sich von seinem Schnuller abnabeln kann, bekommt auf dem Markt ein Geschenk. Rund 25 bis 30 Kinder jährlich trennten sich auf diesem Weg von der Kleinkinderzeit.

Zahlreiche Städte mit weniger Touristen belassen es bei kürzeren Märkten. «Wir haben alle Varianten ausprobiert und jetzt mit unserem Wochenende die besten Erfahrungen gemacht», sagte etwa Gerhard Reinhardt, Bürgermeister von Leinefelde-Worbis im Eichsfeld. In der Stadt geht der Weihnachtsmarkt am 12. und 13. Dezember über die Bühne.    

Auf zwei Wochenende setzt die Glasbläserstadt Lauscha (Kreis Sonneberg) mit ihrem Kugelmarkt. So wie Lauscha versucht, den Schwerpunkt stark auf weihnachtliche Glasprodukte zu setzen, wollen auch andere Marktveranstalter möglichst viel Weihnachtliches und möglichst wenig normales Wochenmarktangebot von Textilien bis Haushaltswaren.    

Zumindest Erfurts Marktverantwortliche Kriesche kann dazu selbstbewusst sagen: «Wir suchen aus.» Nach dem Rekord von 2,2 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr - «bei idealen Bedingungen» - erwartet sie für dieses Jahr mindestens zwei Millionen Gäste. Nur eine kleine Sorge treibt sie um: «Wir hoffen und wünschen, dass die Schweinegrippe den Weihnachtsmarkt nicht betrifft.» dpa

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