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25. Mai 2009

Wein auf Sylt und Föhr

Kein Witz, aber vor allem natürlich ein wunderbarer Marketing-Gag: Winzer Christian Ress und sein 55 Grad Nord

Auf den Nordsee-Inseln Sylt, Föhr und Nordstrand soll künftig kommerziell Wein angebaut werden. Rheingau-Winzer Christian Ress pflanzte in Keitum auf dem nördlichsten deutschen «Weinberg» die ersten Rebstöcke.

Sein Gut hatte vom Landwirtschaftsministerium in Kiel den Zuschlag erhalten. Den Weg dafür ebnete Rheinland-Pfalz, das Schleswig-Holstein Anbaurechte für zehn Hektar abgetreten hat. Die weiteren Flächen im Norden sind in den Kreisen Plön, Ostholstein und Rendsburg-Eckernförde, auf Föhr und Nordstrand.

Der erste Sylt-Wein soll von 2012 an als «Schleswig-Holsteinischer Landwein» zu haben sein. Entsprechend dem Breitengrad der Lage und der Rebsorten wird der Weiße «55° Nord - Solaris/Rivaner heißen». Die Solaris-Rebe habe gerade in kühleren Regionen schon hervorragende Ergebnisse erzielt, betonte Ress.

Die natürlichen Bedingungen im Hinblick auf Boden und Sonnenschein gelten als ausreichend für einen Wein ordentlicher Qualität. Dem Problem relativ vielen Regens während der Reifezeit wollen die Winzer im Norden durch Verwendung pilzresistenter Sorten wie Solaris, Johanniter oder Muscaris begegnen. Außer diesen Weißwein-Reben wird aber auch Rotwein angebaut. Der erste Nordwein soll voraussichtlich 2011 verkauft werden. dpa

Christian Ress (Rheingau) und sein 55 Grad Nord (Sylt)