Genussgipfel Österreich
02. Januar 2010

Wein aus Österreich gewinnt Marktanteile

Österreichischer Wein konnte sich auch in den Krisenzeiten des vergangenen Jahres erfolgreich schlagen: Die Bilanz 2009 der Österreich Wein Marketing GmbH

Besonders im heimischen Lebensmitteleinzelhandel setzte sich der Trend der Vorjahre fort: Die Marktanteile stiegen nach Angaben der Österreich Wein Marketing GmbH weiter und erreichten 2009 einen Höchstwert. Während die gesamten österreichischen Warenexporte im Jahr 2009 um ein Sechstel zurückgegangen sind, konnte der heimische Wein im Export weiter zulegen und besonders in schrumpfenden Märkten Marktanteile dazu gewinnen, auch wenn allgemein zu leicht günstigeren Produkten in allen Preissegmenten gegriffen wurde.

Diese Entwicklung wurde auch vom erntestarken Jahr 2008 beeinflusst. Für 2009 zeichnet sich laut Statistik Austria mit 2,3 Mio hl eine der kleinsten Ernten der vergangenen zehn Jahre ab. Weinbaupräsident Josef Pleil schätzt, dass die endgültige Erntemenge mit ca 2,1 Mio hl aber noch wesentlich geringer ausfallen wird.

Mengen- und Umsatzzuwächse im heimischen Lebensmittelhandel:

Österreichischer Wein zeigt sich während Krisenzeiten im Inland erfolgreich. Beim seit Jahren leicht rückläufigen Weinkonsum von derzeit ca. 2,4 Mio hl stellt die markanteste Veränderung dabei die Verschiebung des Weinkonsums von der Gastronomie, die jedoch weiterhin der wichtigste Absatzmittler ist, zugunsten des Heimkonsums dar.

Der Heimkonsum setzt sich dabei aus Verkäufen Ab Hof, im heimischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und dem Fachhandel zusammen. Der lange Zeit rückläufige Ab-Hof-Verkauf hält sich seit einigen Jahren wieder konstant bei ca. 30%.

Besonders positiv ist die Entwicklung jedoch in den Supermärkten, wo heimischer Wein gefragter ist denn je. Im Vergleich des rollierenden Jahres 2009 (Okt 08 - Sept 09) mit dem Gesamtvorjahr (Jan 08 - Dez 08) wurden hier die ohnehin hohen Marktanteile für österreichischen Wein mengenmäßig um 5,3% auf 65,2% und wertmäßig um 4,2% auf 64,9% ausgeweitet. Langfristig gesehen konnte Österreichs Wein in heimischen Supermärkten seit dem Jahr 2000 trotz steigender Konkurrenz aus dem Ausland satte Zuwachsraten verbuchen.

Mengenmäßig stiegen die Marktanteile 2000 bis 2009 von 56,9% auf 65,2%: Das entspricht einem Plus von 14,6%. Beim Wert erhöhten sich die Anteile sogar von 51% auf fast 65%, was einem Zuwachs von 27,3% entspricht. Erfreulich ist, dass erstmals mengenmäßig mehr heimische Rotweine als ausländische Tropfen im Supermarkt verkauft wurden.

Beim Weißwein sind Grüner Veltliner & Co weiterhin unumstritten und konnten ihren extrem hohen Marktanteil sogar noch weiter ausbauen. Die Verschiebung des Weinkonsums von der Gastronomie zum Heimkonsum kam 2009 auch dem heimischen Fachhandel zugute. Trotz leichter Tendenzen zu günstigeren Preisen zeichnen sich Umsatz- und Wertzuwächse ab.

Leithaberg DAC und Eisenberg DAC:

Durch die neu verabschiedete Verordnung zum Leithaberg DAC im Herbst 2009 wächst die Zahl an Herkunftsweinen mit klarem Geschmacksprofil (DAC) auf insgesamt sechs an. Der Vorschlag des Südburgenlands für Eisenberg DAC wurde vom Nationalen Weinkomitee bereits genehmigt und liegt nun dem Bundesminister Nikolaus Berlakovich zur Unterschrift vor.

Unter dieser Bezeichnung sollen ab 2010 fruchtig, mineralisch würzige Blaufränkischweine in zwei Kategorien auf den Markt kommen. "Wir haben uns im Burgenland dazu entschlossen unsere DAC-Weine an geografischen und historischen Namen zu orientieren", erklärt Andreas Liegenfeld, Obmann des burgenländischen Weinbauverbands.