Wein
04. September 2017

Wein des Monats Alvarinho Pouco Comum

Der September: Sommelier Anton Stefanov stellt den 2016er Alvarinho Pouco Comum von der Quinta da Lixa in Minho im Vinho Verde vor.

Quinta da Lixa, ein Weingut in Familienbesitz wurde 1986 gegründet. Seitdem hat sich die Familie Meireles der Erzeugung von spritzigen Vinho Verde verschrieben. Die Weinberge um den Ort Vila da Lixa hielten der steigenden Nachfrage nicht mehr Stand, denn längst hat die Genießerwelt erkannt, dass Vinho Verde wieder "en Vouge" ist. Also wurde die Quinta da Lixa hinzugekauft und dient seither als Namensgeber des Unternehmens.

Alvarinho heißt übersetzt "die kleine Weiße vom Rhein", und es wurde lange vermutet, die Rebsorte sei mit Riesling verwandt, bzw. der Riesling dort verpflanzt Der Legende nach wurde sie zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert von Mönchen aus Deutschland oder Frankreich über den Jakobsweg nach Galicien gebracht. Analysen haben bestätigt dass, Alvarinho eine Verwandte der Sorten Sauvignon Blanc, Pinot Blanc.

In Minho, Vinho Verdo hat sich Alvarinho an das spezifische Klima perfekt adaptiert. Der Rebsorte behagt das feuchte Klima. Ihr reicht die Sonneneinstrahlung, um von Natur aus geringe Erträge zu liefern. Sie produziert kleine, kugelrunde Beeren mit besonders dicker Haut, die sie auf natürliche Weise vor Schimmel- und Fäulnisbefall im feuchtwarmen Klima schützen, und ihre Beeren bilden dreieckige feste Trauben, die nur 100 bis 150 g schwer sind. Spannend anders ist auch das Terroir, von dem die besten Alvarinhos stammen; Granit. Der Wein stammt aus einer 4ha großen zusammenhängenden Parzelle, was sehr selten. Die Flurbereinigung ist hier noch nicht so fortgeschritten.

Im Glas - klar und kristallsauber, grün strahlende Reflexe mit schillernden strohgelblichen Anflügen.

Erste Nase - lässt an einen perfekten Cuvée aus Riesling, Sauvignon Blanc und Verdejo denken. Saftige Frucht von der Stachelbeere, Grapefruit, Limette und Kiwi, auch unreifer Bergpfirsich. Gestützt von vegetabilen Aromen wie Minze und Holunder.

Zweite Nase - so animierende und verlockende Aromen hatte ich schon lange nicht mehr im Glas. Machen richtig süchtig, lassen denken an einen heißen Sommertag, an dem es stark regnet und die Regentropfen auf den heißen Granit prasseln. Stabil, komplex, mineralisch, salzig, kühl & smooth. Trotzdem sehr filigran, ein vollendetes Zusammenspiel.

Gaumen - cremiger, weicher und fruchtiger Auftakt, der gestützt wird von an Zitrusfrüchte erinnernde Säure. Im Abgang begleitet von Salzigkeit, die von einer tiefgründigen Mineralität spricht und ihm einen saftigen und langhaftenden Abgang bescheren.

Passend dazu: Ceviche vom Seeteufel, Süßkartoffel, Baby-Mais, Ingwer & Koriander oder Tiefseegarnelen, Chilitapioka, Avocado & Salicorn

Preis: 10,30 Euro brutto EVP

Kontaktdaten Weinkontor Freund GmbH, Nienkamp 17, 33829 Borgholzhausen, Anton Stefanov, 0172-2021150, stefanov(at)weinkontor-freund.de

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