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28. Mai 2015

Weinbau Drohnen über Weinbergen

Baden-Württemberg unterstützt einen Vorstoß von Rheinland-Pfalz

Mit Drohnen Schädlinge an Weinbergen bekämpfen? Baden-Württemberg unterstützt einen Vorstoß von Rheinland-Pfalz bei Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU), wie das Agrarministerium in Stuttgart mitteilte. Man habe Versuche beim Nachbarn im Steillagenweinbau an der Mosel mit Interesse verfolgt. «Nach unseren Informationen ist das Verfahren mittlerweile praxisreif», sagte ein Sprecher von Minister Alexander Bonde (Grüne).

Für den Einsatz der Drohnen fehle derzeit die luftfahrtrechtliche Genehmigung, da sogenannte unbemannte Luftfahrtsysteme mit einer Gesamtmasse von mehr als 25 Kilogramm außerhalb von Landeplätzen grundsätzlich verboten seien. Eine Anpassung des Bundesrechts wäre daher notwendig, um einen Einsatz zu ermöglichen. Baden-Württemberg unterstütze «im Grundsatz die Initiative von Rheinland-Pfalz».

Mainz will Drohnen über 25 Kilo in der Land- und Forstwirtschaft zum Schutz vor Frost, Pilzkrankheiten und Schädlingen ermöglichen. Dafür habe sich Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) bei Dobrindt eingesetzt, hieß es dort. Seit drei Jahren laufe ein Forschungsprojekt.

Die Vorteile der Drohnen: Sie sind leiser und reduzieren das Unfallrisiko. Die Mittel könnten gezielter ausgebracht werden, da sie aus geringerer Höhe versprüht würden. Außerdem spare man Treibstoff. In Baden-Württemberg gab es bislang keine Versuche. dpa

Weinbauern wünschen Drohnen-Einsatz über Weinbergen

Weinbauern im Südwesten möchten mit Drohnen Schädlinge an Weinbergen bekämpfen. «Das wäre ideal - vor allem an unseren Steil- und Steilstlagen», sagte Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbands Württemberg, am Donnerstag in Weinsberg. Nachbar Rheinland-Pfalz hatte angekündigt, sich nach drei Jahren Tests an der Mosel bei Bundesverkehrminister Alexander Dobrindt (CSU) für den Einsatz von schwereren Drohnen in der Land- und Forstwirtschaft zum Schutz vor Frost, Pilzkrankheiten und Schädlingen einzusetzen.

Baden-Württemberg will das Ansinnen unterstützen, wie Agrarminister Alexander Bonde (Grüne) mitteilte. Laut Hohl werden Schädlinge in den Weinbergen sechs bis sieben Mal im Jahr bekämpft, entweder vom Hubschrauber oder vom Traktor aus. Gerade beim Einsatz von Helikoptern sei die Vernebelung durch den sogenannten Abdrift recht groß. Die Pflanzenschutzmittel ließen sich mit Drohnen gezielter einsetzen. «Das wäre absolut wünschenswert», sagte Hohl.

Beim Bauernverband Baden-Württemberg sind Drohnen derzeit kein großes Thema, wie es dort am Donnerstag hieß. Für den Einsatz der Drohnen fehle derzeit die luftfahrtrechtliche Genehmigung, da sogenannte unbemannte Luftfahrtsysteme mit einer Gesamtmasse von mehr als 25 Kilogramm außerhalb von Landeplätzen grundsätzlich verboten seien, teilte das Bonde-Ministerium mit. Eine Anpassung des Bundesrechts wäre daher notwendig, um einen Einsatz zu ermöglichen.