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26. Juni 2014

Weinbau News

Württembergischer Wein wird teurer - Regierung fördert Pheromon-Einsatz im Weinbau auch 2015 - Deutsches Weinbau Jahrbuch 2014 - Weingut Jung & Knobloch ist Ausbildungsbetrieb des Jahres

Württembergischer Wein wird teurer

Weil die württembergischen Weingärtner weniger ernten, wird Wein aus der Region teurer. «Man hat natürlich im Rahmen der Möglichkeiten versucht, die Preise zu erhöhen», sagte der Vorstand der Württembergischen Weingärtner-Zentralgenossenschaft (WZG), Dieter Weidmann, in Möglingen bei Ludwigsburg.

Zuletzt seien die Preise um 5 bis 7 Prozent gestiegen. 2013 sei die Erntemenge wegen Wetterkapriolen «extrem niedrig» gewesen - Schuld daran war unter anderem die nass-kalte Witterung im Frühling.

Auch die Vorjahre seien bereits mau ausgefallen. Der Absatz ging insgesamt leicht um 1,3 Prozent auf 29,6 Millionen Liter zurück. Der Umsatz blieb - auch dank höherer Preise - mit 86,3 Millionen Euro aber nahezu konstant. dpa

Regierung fördert Pheromon-Einsatz im Weinbau auch 2015

Zur Schädlingsbekämpfung im Weinbau will die rheinland-pfälzische Landesregierung den Pheromoneinsatz auch über 2014 hinaus fördern - allerdings in geringerem Umfang. Wie Weinbauministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz mitteilte, soll der Einsatz des ungiftigen biologischen Lockstoffs ab 2015 mit 1,6 bis 1,8 Millionen Euro pro Jahr unterstützt werden.

Derzeit betrage die Förderung rund drei Millionen Euro jährlich. Grund für die Kürzungen seien geringere EU- und Bundesmittel. Zunächst hatte die Landesregierung deshalb vorgesehen, die Pheromonförderung im Weinbau Ende dieses Jahres zu streichen.

Laut Ministerium setzen Winzer den Lockstoff mittlerweile auf zwei Dritteln der Weinbaufläche des Landes Rheinland-Pfalz ein, um gegen den Schädling Traubenwickler vorzugehen. Die Regierung fördert diese Pheromoneinsätze seit 2003. dpa

VDP.Prädikatsweingüter hoffen auf gleiches Recht für alle europäischen Spitzenweinerzeuger

Im badischen Leimen trafen sich die neu gewählte Weinbaupolitische Sprecherin der CDU Bundestagsfraktion, Kordula Kovac MdB, und drei Vertreter des Präsidiums der VDP.Prädikatsweingüter: Präsident Steffen Christmann sowie seine Stellvertreter Paul Fürst (Franken) und Joachim Heger (Baden).

Thema war die Frage, wie den Spitzenweinerzeuger in Franken, aber auch in den anderen Weinbauländern,das gleiche Recht gestattet werden kann, ihre herausragenden Lagen in Alleinstellung auf dem Schmucketikett zu bezeichnen. International ist dies für Weine wie z.B. Echezeaux oder Clos de Vougeot in Burgund oder Hengst im Elsass ganz selbstverständlich.

Auch in den meisten weinbautreibenden Bundesländern Deutschlands mit Ausnahme von Bayern ist man sich einig in der Auslegung der Weingesetz-Verordnung, dass die Angabe der Einzellage in Verbindung mit Ortsname nur einmal in der Ausstattung zu erfolgen habe. Einzig Bayern wendet eine einengende Interpretation an, woraus für die fränkischen Winzer eine Wettbewerbsverzerrung entsteht.

VDP.Präsident Christmann fordert, dass in diesem Zuge auch eine Lösung für die für Konsumenten verwechselbaren Großlagen geschaffen werden müsste. Hinter Großlagen stehen eine Fülle von Weinbergen aus mehreren Gemeinden, die oft größer als manches Weinanbaugebiet und vom Namen her mit Einzellagen verwechselbar sind.

Kordula Kovac sagte den VDP.Winzern ihren Einsatz für den Deutschen Spitzenweinbau zu. Ihr läge es am Herzen, den Erfolg des deutschen Spitzenweines zu fördern und für konsumentenfreundliche Lösungen einzutreten.

Auf dem aktuellen Stand in Sachen Weinbau

Schon im 65. Jahrgang erscheint das Deutsche Weinbau Jahrbuch. Die Ausgabe für das Jahr 2014 enthält 24 Fachbeiträge von Winzern und Forschern im Bereich der Önologie. Statistiken, Tabellen und Verzeichnisse zum Markt in Deutschland aber auch international runden das Angebot des Jahrbuchs ab. Das Weinbaujahrbuch ist eine Fundgrube für alle Weinbauprofis in Praxis, Forschung und Lehre – vom erfahrenen Winzer über Studenten und Auszubildende bis hin zu Dozenten an Fachhochschulen, den Genossenschaften und Firmen für Weinbaubedarf. Es ist nicht nur ein hilfreiches Nachschlagewerk für die Praxis, sondern bildet mit seiner Aufsatzsammlung auch den aktuellen Stand der Forschung ab.

Die Herausgeber Prof. Dr. Hans Reiner Schultz und Dr. Manfred Stoll lehren und forschen an der Forschungsanstalt Geisenheim, einer der ältesten Forschungseinrichtungen des Wein- und Gartenbaus im deutschsprachigen Raum, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain unter anderem die Studiengänge Weinbau und Getränketechnologie anbietet.

Hans Reiner Schultz, Manfred Stoll (Hrsg.): Deutsches Weinbau Jahrbuch 2014 304 S., zahlreiche Tabellen und Abbildungen, 11,90 Euro, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2013

Weingut aus Albig ist Ausbildungsbetrieb des Jahres

Zum «Ausbildungsbetrieb des Jahres 2014» hat der Deutsche Bauernverband (DBV) das Weingut Jung & Knobloch aus Albig in Rheinhessen ernannt. Die Jury habe unter anderem überzeugt, dass das Weingut sowohl leistungsstarke als auch leistungsschwächere junge Menschen ausbilde, teilte der Verband beim Deutschen Bauerntag in Bad Dürkheim mit.

Im Verlauf des Treffens sollten Vertreter des Guts von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) und Bauernpräsident Joachim Rukwied mit einer Urkunde und einer Ehrentafel ausgezeichnet werden. Die Ehrung für hervorragende Leistungen von Landwirten bei der Ausbildung überreicht der DBV seit 2007 jährlich auf dem Bauerntag. Zu dem zweitägigen Treffen in Bad Dürkheim sind 600 Delegierte der 18 Landesbauernverbände angemeldet. dpa