22. April 2010

Weinjahrgang 2009 liegt in der Menge hinter 2008

Vom Wein des Jahrgangs 2009 gibt es zwar weniger als vom Vorjahrestropfen, aber mehr als zunächst angenommen. Die Mengen der einzelnen Anbaugebiete

Die deutsche Gesamternte betrage rund 9,14 Millionen Hektoliter und damit drei Prozent mehr als noch im November 2009 vorhergesagt, teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) mit Bezug auf Daten des Deutschen Weinbauverbandes und des Statistischen Bundesamtes mit. Zunächst sei «sehr vorsichtig» geschätzt worden, sagte DWI-Sprecher Ernst Büscher.

Das Ergebnis liegt um 8,6 Prozent unter dem Wert 2008 und um 7,3 Prozent unter dem zehnjährigen Mittel. Die Rückgänge an Saale-Unstrut und in Sachsen sind eine Folge von starken Frost- und Hagelschäden.

Mehr als die Hälfte der eingebrachten Trauben (53 Prozent) hätten wegen der «sehr guten Witterungsverhältnisse» des vergangenen Jahres Prädikatsweiniveau. Weitere 43 Prozent eigneten sich für die Qualitätsweinproduktion. Auf insgesamt vier Prozent beläuft sich der Anteil von Landwein und Weinen der neuen Bezeichnungskategorie «Deutscher Wein» ohne nähere Herkunftsbezeichnung.

«Der Jahrgang 2009 wird damit seinem Ruf als Spitzenjahrgang absolut gerecht», sagte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule. Er habe Weine mit einem «außergewöhnlich guten Preis-Genuss- Verhältnis» hervorgebracht.

In ganz Europa wurden 2009 nach jüngsten Schätzungen der EU-Kommission 164,6 Millionen Hektoliter Wein hergestellt. Diese Menge liege um vier Prozent unter dem Vorjahresniveau und um zehn Prozent unter dem langjährigen Durchschnittswert. dpa

Weinmosternte der deutschen Weinbaugebiete 2009

Anbaugebiet Erntemenge 2009 (in Hektolitern), Differenz zu 2008 (in Prozent)

Ahr 33 000, minus 23

Baden 1 204 000, minus 13

Franken 450 000, minus 3

Hessische Bergstraße 31 000, minus 17

Mittelrhein 28 000, minus 23

Mosel 814 000, minus 10

Nahe 313 000, minus 18

Pfalz 2 353 000, minus 2

Rheingau 216 000, minus 22

Rheinhessen 2 557 000, minus 11

Saale-Unstrut 25 000, minus 54

Sachsen 10 000, minus 63

Württemberg 1 101 000, minus 3

Deutschland gesamt: 9 139 000, minus 8,6