Wein
10. Oktober 2016

Weinlese Start auf Sylt und an Saale-Unstrut

Begleitet von einer frischen Nordsee-Brise hat auf Sylt am Sonntag die Weinlese begonnen. Auf der Insel befindet sich das nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands. Die Traubenlese an Saale-Unstrut bedeutet Tempo und Gelassenheit.

Das 3000 Quadratmeter große Areal liegt rund 300 Meter von den Nordseewellen entfernt. Im Jahr 2009 hatte der Rheingauer Winzer Christian Ress dort 1625 Rebstöcke gepflanzt. Eigentlich konzentriert sich der Weinbau auf wesentlich südlichere Regionen. Das sonnige Wetter der vergangenen Wochen habe dem Wein auf Sylt gut getan, sagte Ress. Der Jahrgang 2016 werde ein guter Riesling, kündigte der Winzer an. Er erwartet, rund 1100 Flaschen abfüllen zu können. dpa

Traubenlese in Saale-Unstrut

Erst hat es monatelang im Weinanbaugebiet Saale-Unstrut in Sachsen-Anhalt kaum geregnet, nun setzt Feuchtigkeit den Reben zu. Da heißt es für die Winzer, keine Zeit bei der Lese zu verlieren. Denn es geht um sehr viel. Im Anbaugebiet Saale-Unstrut in Sachsen-Anhalt haben die Erntehelfer derzeit alle Hände voll zu tun, um die Trauben des Jahrgangs 2016 vom Stock zu holen.

"Die Feuchtigkeit und Kühle in der Nacht verlangt danach, dass wir den Trauben je nach Lage nicht ganz so viel Zeit lassen können", sagte der Geschäftsführer und Kellermeister der Winzervereinigung Freyburg (Burgenlandkreis), Hans Albrecht Zieger.

Etwa 60 Prozent der diesjährigen Ernte sei im Keller. Etwa bis 20. Oktober werde gelesen. "Wir sind gut beieinander, die Trauben sind schön zuckersüß und müssen allesamt runter", sagte der Präsident des Weinbauverbandes Saale-Unstrut, Siegfried Boy. "Der Weißburgunder hat dicke über 90 Oechsle in diesem Jahr", ergänzte er mit Blick auf die Qualität. Die Hauptlese sei in vollem Gange.

Nach einer langen Trockenperiode mit viel Sonne im Sommer bekamen die Reben den Angaben zufolge Anfang September noch rechtzeitig eine gesunde Portion Regen. Nach frühreifen Sorten wie Müller-Thurgau ernten die Weinbauern derzeit vor allem die Trauben für Burgunderweine. Mitten in der Ernte sind auch die Helfer in den Weinbergen des Landesweingutes Kloster Pforta um Bad Kösen (Burgenlandkreis). Kellermeister Christoph Lindner rechnet wie auch der Weinbauverband mit einer sehr guten Qualität der Weine.

Es gelte trotz der Feuchtigkeit den Trauben auch noch genügend Zeit zur Reife zu geben, um mit den letzten Sonnenstrahlen vor der Ernte das Maximale aus ihnen herausholen zu können. Der Riesling - gern König der Weißweine genannt - gehöre zu den Sorten, die in der Regel erst spät gelesen werden. Im privaten Weingut "Rollsdorfer Mühle" an der Weinstraße Mansfelder Seen nahe Höhnstedt (Saalekreis) sieht Winzer René Schwalbe dem Ende der Ernte gelassen entgegen. "Wir sind sowieso etwas anders als andere", sagte er zum Credo seines Betriebes, der insgesamt acht Hektar Fläche bewirtschaftet. "Wir lesen bis an den November ran", sagte er.

Die Weinlese hatte im 770 Hektar großen Anbaugebiet um den 13. September begonnen. Die Ernte dauert laut Weinbauverband in der Regel sechs Wochen. Danach bleiben noch ausgewählte Trauben für Eiswein am Stock. Der Weinanbau an Saale und Unstrut hat eine mehr als 1000-jährige Geschichte. 2015 wurden nach Verbandsangaben rund 5,3 Millionen Liter Wein im Anbaugebiet produziert, davon 2,8 Millionen Liter von der Winzervereinigung. Die Region gehört zu den kleinen unter den 13 Anbaugebieten von Qualitätswein in Deutschland. dpa