10. Oktober 2008

Weinlexikon: Eiswein

Das kleine Wein-Lexikon: E wie Eiswein

Eiswein entsteht aus überreifen Trauben, die bei einer Temperatur von mindestens minus sieben Grad gelesen und gepresst werden. Er ist besonders süß, weil ein Teil des Wassers in den gefrorenen Trauben zurückbleibt und der Zuckergehalt der Trauben sehr hoch ist. Lange Zeit waren Deutschland und Österreich die einzigen Länder, in denen Eiswein hergestellt wurde. Seit 1975 produziert auch Kanada Eiswein.

Auf das Geheimnis des Eisweines sind Winzer angeblich in der rheinhessischen Gemeinde Bingen-Dromersheim im Jahr 1830 gestoßen. Nach einem schlechten Weinjahr wollten die Bauern die erst gar nicht geernteten Trauben mitten im frostigen Winter wenigstens noch ans Vieh verfüttern. Als sie die Trauben pflückten, stellten sie fest, dass die Trauben mit süßem Saft gefüllt waren. Aus den daraufhin ausgepressten Trauben entstand der erste Eiswein. Auch wenn der Eiswein im Januar des Folgejahres gelesen wurde, wird der Wein zu dem Jahrgang gezählt, in dem er gewachsen ist.

Besonders beliebt ist in Deutschland die Sorte Riesling, da sie dem süßen Eiswein elegante Säurenoten verleiht. In manchen Ländern wie Neuseeland und den USA wird eine Art Eiswein künstlich durch Einfrieren normal geernteter Beeren hergestellt. Das Verfahren des "Frostings" ist in Deutschland nicht erlaubt. Heute ist Kanada der weltweit größte Eiswein-Erzeuger.

Ein gereifter Eiswein der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach ist im Herbst 2008 zum besten Riesling der Welt gekürt worden. Bei der International Riesling Challenge in Canberra (Australien) wurde dem 2001er Rheingauer Eiswein aus der Lage Rauenthaler Baiken die Trophäe als bester Riesling der Welt zuerkannt. Ein mit deutscher Beteiligung erzeugter Riesling (der Eiswein des u.a. von Ernst Loosen verantworteten USA-Projekts Eroica) wurde als bester nordamerikanischer Riesling geehrt.