20. Oktober 2008

Weinlexikon: Grauburgunder

Das kleine Wein-Lexikon: G wie Grauburgunder

Grauburgunder ist eine der edelsten Rebsorten und stellt höchste Ansprüche an Boden und Lage. Wahrscheinlich stammt er aus Frankreich (Burgund).

Den Grauen Burgunder treffen wir heute nicht nur in Mitteleuropa, sondern auch in Übersee an. In Deutschland hat der Graue Burgunder wieder zunehmend an Bedeutung gewonnen. Zur Zeit sind gut 4400 Hektar, das entspricht 4 % der deutschen Rebfläche, mit dieser Sorte bestockt.

Früher wurde der Graue Burgunder meist mit dem Synonym Ruländer bezeichnet. Dies waren aber meist süße und gehaltvolle Weine, während hingegen der Graue Burgunder vorwiegend trocken ausgebaut wird. Insbesondere die badischen Winzer widmen dem Grauburgunder mehr als 10 % ihrer Anbauflächen. So kommen etwa 1650 Hektar zusammen. Die Pfälzer steuern ebenso wie die Rheinhessen jeweils mehr als 1000 Hektar bei, die Nahewinzer etwa 200.

Nach Österreich kam er im 14. Jahrhundert durch die Zisterzienser-Mönche von Stift Heiligenkreuz. Kaiser Karl IV. brachte 1375 Pinot-Gris-Setzlinge nach Ungarn, wo der heute noch gültige Sortenname Szürkebarat ("Grauer Mönch") auf die grauen Kutten der Ordensmänner hinweist.

Der deutsche Name Ruländer geht auf den Kaufmann Johann Ruland aus Speyer zurück, der den Grauburgunder 1711 erstmals in der Pfalz kultivierte. Der Ruländer kann besonders in der Steiermark, im Kamptal und im Burgenland sehr gute Qualitäten erbringen, leider ist er eher selten ausgepflanzt, weniger als ein Prozent der gesamtösterreichischen Rebfläche ist mit ihm bestockt.

AROMEN: Zugeordnet werden dem Grauburgunder insbesondere Duftaromen von grünen Nüssen, Mandeln, frischer Butter sowie fruchtige Aromen, die an Birne, Trockenobst und Rosinen, Ananas und Zitrusfrüchte erinnern. Charakteristisch sind weiterhin sein hoher Extraktgehalt mit meist geringer Säure und eine ausgeprägte Geschmacks-Nuance von weißer Schokolade am Gaumen bei ausreichender physiologischer Reife der Trauben. Der Grauburgunder eignet sich bestens zur Cuvéesierung mit Weißburgunder.

Speisen: Trockene Kabinettweine und Spätlesen harmonieren gut mit Meeresfrüchten, kräftigem Seefisch, Pasta, Lamm, Wildgeflügel und Jungwild sowie reifem Weichkäse. Barriqueweine zu intensiv schmeckenden Lammgerichten und leichten Wildgerichten, etwa Wildgeflügel oder Reh.

Synonyme: Ruländer, Pinot gris