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26. Oktober 2018

Weinmarkt Winzer setzen auf Eiswein

Viele Winzer setzen in diesem Jahr auf Eiswein - Julia Klöckner rechnet bei Wein mit gutem Jahrgang - Weltweite Weinproduktion steigt um zwölf Prozent.

Nach einer guten und großen Ernte spekulieren viele Winzer in Deutschland jetzt auf Eiswein. Es gebe etliche, die Trauben für die edelsüße Spezialität hängengelassen haben, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher. «Die Bereitschaft ist groß.» Der Jahrgang biete sich auch an, weil die Trauben selbst Ende Oktober noch in einem sehr guten Zustand seien. «Es könnte ein großer Eiswein-Jahrgang werden, wenn die Witterung mitspielt.»

Perfekt wäre ein früher Frost: «Dann wäre das die absolute Krönung des Jahrgangs», sagte Büscher in Bodenheim. Im vergangenen Jahr dagegen hatte es nach einer frühen und kleinen Ernte ganz wenig Eiswein gegeben. Laut Büscher hatten insgesamt bundesweit nur sechs Betriebe überhaupt Eiswein lesen können. Bei der Eisweinlese muss es über mehrere Stunden mindestens minus sieben Grad kalt sein, damit die Trauben beim Keltern noch durchgefroren sind.

Bei der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, bei der Winzer ihre geplanten Eisweinflächen anmelden müssen, sieht man den Trend ähnlich: «Die Risikobereitschaft wird dieses Jahr höher sein, weil die Erträge insgesamt besser waren als in den Vorjahren», sagte der Abteilungsleiter für Weinbau an der Kammer, Markus Heil, in Bad Kreuznach. Winzer in Rheinland-Pfalz könnten Flächen für Eiswein bis zum 15. November anmelden. Zahlen sollen am 19. November bekanntgegeben werden.

Auch Heil spricht von einer «sehr guten Ausgangssituation». In Rheinland-Pfalz hatten 2017 nur 24 Betriebe 19 Hektar Fläche für Eiswein angemeldet. 2016 waren auf 167 Hektar Trauben für Eiswein hängengelassen worden. dpa

Klöckner rechnet bei Wein mit gutem Jahrgang

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner erwartet beim diesjährigen Weinjahrgang die größte Erntemenge seit 1999. «Die langanhaltende Hitze dieses Sommers wird besondere Weine hervorbringen», sagte die CDU-Politikerin anlässlich der Verleihung der Ehrenpreise für Wein und Sekt, die am Donnerstagabend in Wiesbaden vergeben werden sollten.

Zumindest bei den Rotweinen zeichne sich ab, dass der Jahrgang 2018 «außerordentlich gut werden wird». Der Ehrenpreis in Gold ging an das Weingut August Ziegler aus dem pfälzischen Maikammer. Die Familie betreibt das Weingut in achter Generation. Mit dem Bundesehrenpreis in Gold für Sekt b. A. (bestimmter Anbaugebiete) wurde das ebenfalls aus der Pfalz kommende Wein- und Sektgut Wilhelmshof ausgezeichnet. dpa

Weltweite Weinproduktion steigt um zwölf Prozent

Die weltweite Weinerzeugung hat in diesem Jahr nach einem historischen Tief 2017 wieder kräftig um zwölf Prozent angezogen. Nach einer ersten Schätzung der Internationalen Organisation für Rebe und Wein brachten die Winzer 282 Millionen Hektoliter in ihre Keller - nach 251 Millionen Hektoliter im Vorjahr. Dies sei eines der besten Ergebnisse seit dem Jahr 2000, teilte die Organisation am Freitag in Paris mit. Allerdings gibt es wie üblich wetterbedingt große regionale Unterschiede.

Italien verteidigte den ersten Platz in der Rangliste der wichtigsten Weinproduktionsländer. Dort wurden 48,5 Millionen Hektoliter Wein gepresst, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Hektoliter sind 100 Liter. In Frankreich, nach der Statistik Weinland Nummer zwei, stieg die Produktion um 27 Prozent auf 46,4 Millionen Hektoliter und in Spanien auf Rang drei um 26 Prozent auf 40,9 Millionen Hektoliter. Die drei traditionsreichen europäischen Weinländer stemmen zusammen fast die Hälfte der gesamten Weltproduktion.

Deutschland kam nach einem Plus von 31 Prozent auf den neunten Platz. Dort konnten die Winzer demnach 9,8 Millionen Hektoliter herstellen, das höchste Produktionsniveau der letzten 10 Jahre. dpa