12. August 2008

Weinrallye 14: Bonterra und Fetzer zum Barbecue

Weine zum Grillabend: Die kalifornischen Weine von Bonterra und Fetzer sind immer noch die idealen, beliebten und preiswerten Begleiter zum Grillen und zum Barbecue

Zu meinen Studentenzeiten habe ich viel von Fetzer gekauft. Die Weine waren preiswert, immer von ordentlicher Qualität und einfach zu bekommen in den großen Kaufhäusern. Die ideale Voraussetzung also für den Grill- oder Barbecue-Abend mit Freunden. Denn die Weine treffen einen Mainstream-Geschmack, der bei solchen Anlässen das Nonplusultra für den Erfolg der Party ist. Niemand legt bei solchen Anlässen Wert auf filigrane Terroir-Weine, sondern auf Stimmung und gute Unterhaltung, ohne permanent über Wein reden zu müssen.

Fetzer hat sich dabei deutlich weiterentwickelt. Der Valley Oaks Syrah Rose aus 2006 ist ein feines Beispiel einen einfachen, aber ausgezeichnet gemachten Rose mit hohem Spaßfaktor: tolle Rubin-Farbe, kräftige Frucht-Aromen, klare, reine Beeren-Töne, sommerlich rassig ohne Pampigkeit, wo bleiben die spareribs!

Zu den Salaten und zum Chicken passt hervorragend der Sauvignon Blanc 2006 (Lake und Mendocino County) von Konzerntochter Bonterra. Nicht dick auftragend, sondern mit klaren grünen Aromen, ein Hauch von Stachelbeeren, von erstaunlicher Frische und Finesse, wie es bei einem guten Bio-Wein sein muss. Ein Wein, von dem man mehrere Gläser am Abend trinkt, ohne vom Vorschlaghammer getroffenen zu werden.

Die Bonterra-Weine sind allesamt komplett organic und ohne Ausnahme gelungen, eine Meisterleistung des sympathischen Winemaker Bob Blue. Wer jemals mit ihm auf der Terrasse seines Bonterra-Paradieses (Russian River) vor der umgebauten ehemaligen Scheune saß, den Schmetterlingen zusah und der vielfältigen Vogelwelt zuhörte und die Weine zum Grill-Buffet probierte, vergisst dieses Erlebnis sein Leben lang nicht.

Egal, ob es der Syrah, der Shiraz-Carignane, der Viognier oder der McNab waren, ich habe dutzende Bonterra Weine in den vergangenen drei Jahren verkostet (mehr getrunken!), es war kein einziger Rohrkrepierer dabei. Im Gegenteil, es zeigten sich viele erstklassige Weine, wie der wunderbare Cabernet 2002 und der große McNab!

Bonterra ist der internationale Bio-Brand mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer hier noch über Marmeladen-Kalifornier oder Fetzer-Imperialismus quasselt/schwadroniert/herzieht, hat von solchen Weinen und den dynamischen kalifornischen Nachhaltigkeits-Bestrebungen keine Ahnung und sollte auf Himbeerwasser umsteigen. Bei Fetzer bzw. Bonterra stimmt außerdem die Energiebilanz, Fetzer Vineyards wurde für seine Vorbildfunktion in punkto Nachhaltigkeit und Umweltschutz mehrfach ausgezeichnet.

Auch der Merlot und der Chardonnay 2006 Valley Oaks von Fetzer sind gelungene und unkomplizierte Weine. Beim Valley Oaks Cabernet 2005 war nicht enttäuschend, das er extrem korkte, sondern die Enttäuschung war groß, dass er unkonsequenterweise und unverständlicherweise keinen Schrauber hatte. Hier verstehe ich die Entwicklung bei Fetzer nicht. Hallo, wieso macht gerade ihr immer noch auf Korken? Das muss kurzfristig auf Schrauber/Glas umgestellt werden, wie bei Bonterra, sonst gibt es Schläge!

Für mich bleiben die Weine von Fetzer und natürlich vielmehr noch von Bonterra die Paradebeispiele prächtiger Grillweine.

Hier gehts zur Weinrallye von SanoVia

Grüße, Niko