05. August 2010

Weintrinker kaufen weniger und günstiger

GfK-Erhebungen des Deutschen Weininstituts (DWI)

Weintrinker in Deutschland haben in der ersten Hälfte dieses Jahres erneut weniger gekauft - und gerne auch zu günstigeren Tropfen gegriffen. Die abgesetzte Menge sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent, der Umsatz ging sogar um sechs Prozent zurück. Das berichtete das Deutsche Weininstitut (DWI) mit Bezug auf eine Erhebung in seinem Auftrag. Größere Absatz- und Umsatzrückgänge gab es demnach vor allem beim Direktbezug vom Winzer und im Fachhandel.

Während deutsche und französische Anbieter Absatz und Umsatz einbüßten, gewannen Weine aus Spanien im zweistelligen Prozentbereich dazu. Nach Angaben des DWI haben in den ersten sechs Monaten außerdem Roséweine in der Gunst der Weinfreunde zugelegt - ihr Marktanteil beträgt inzwischen 9,8 Prozent. Der Konsum von Weißwein ging dagegen um einen Prozentpunkt auf 38,5 Prozent zurück, während der Anteil des Rotweins mit 51,7 Prozent stabil blieb.

In den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres war die Branche trotz eines Absatzrückgangs noch auf ein Umsatzplus gekommen. Dass daraus diesmal nichts wurde, führte DWI-Geschäftsführerin Monika Reule auf die «wirtschaftlichen Unsicherheiten» zurück. Die Verbraucher hätten deshalb beim Weineinkauf offensichtlich wieder stärker auf den Preis geachtet.

Die Betrachtung der einzelnen Einkaufsstätten ergebe, dass Fachhandel und Direktvermarkter verstärkt betroffen seien: Dort liege der Durchschnittspreis für eine Flasche mit 6,00 Euro pro Liter deutlich über dem des Lebensmittelhandels einschließlich des Discounts, wo die Verbraucher im Schnitt 2,47 Euro für einen Liter Wein ausgegeben hätten.

Einbußen verzeichneten laut DWI vor allem die französischen und deutschen Anbieter: Ihr Absatz sank um 11,5 beziehungsweise 7,6 Prozent, der Umsatz um 13,4 beziehungsweise 10,6 Prozent. Italienische Weine steigerten den Absatz zwar um 7,1 Prozent, büßten beim Umsatz aber 1,4 Prozent ein. «Weine aus Spanien konnten mit einem Absatzplus von 15,8 Prozent und einem Umsatzwachstum von 17,2 Prozent ihre Position auf dem deutschen Weinmarkt ausbauen», hieß es. Sie haben nun einen Anteil von rund acht Prozent am Gesamtumsatz. Marktführer bleiben die deutschen Anbieter mit 52 Prozent vor Italien und Frankreich mit jeweils rund 13 Prozent. dpa