Reise
06. Oktober 2009

Winterspiele 2010 im Skigebiet Whistler

Das kanadische Skigebiet Whistler nahe Vancouver gilt mit Blick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2010 auch modisch als der neue Hotspot

Die Boarder-Mode der 1980er Jahre und die US-amerikanische Streetwear setzen die Akzente in der kommenden Wintersport-Saison: Es wird bunt und experimentell. Vor allem Oberflächen aus mehreren Materialien bringen frischen Wind in die Kollektionen. Die Eleganz kommt bei aller Lässigkeit allerdings nicht zu kurz - enge Schnitte und figurbetonte Jacken und Hosen in klassischen Farben sind ein zweiter Trend.    

Das kanadische Skigebiet Whistler nahe Vancouver gelte mit Blick auf die Olympischen Winterspiele im Februar 2010 auch modisch als der neue Hotspot - auf diese Formel brachte es Anfang des Jahres die Messe München auf der Wintersportmesse «ispo». Der inspirierende Einfluss der kalifornischen, teils sogar mexikanischen Street-, Skate- und Surfszene seien in der Pistenmode zu spüren. Oberflächen aus Cord, Baumwolle, Jeansstoffen, Tweed oder Arbeitskleidung sorgen für neue Optiken. Grafische Elemente und leuchtende Farben - auch in auffälligen Mustern - kommen hinzu.    

«Haptische Materialien» und «gecrashte Oberflächen» werden neben aufwendigen Designs eingesetzt. Dabei setzen die Hersteller beim Einsatz der Materialien auf Naturverbundenheit: Verstärkt verbinden sie Loden, Merino, Cord oder Kaschmir mit den Kunstfasern - das Ergebnis ist laut den Messe-Experten sporttauglich, aber gleichzeitig elegant. Und die Verwendung von recycelten Materialien werde ohnehin immer wichtiger.    

Figurbetont werden laut der «ispo» die Schnitte. Retro-Elemente wie röhrig-schmal geschnittene Jet-Hosen kommen wieder, zum Teil in Vintage-Lederoptik. «Das sind Hosen mit einem engen Bein, die unten für den Ski-Schuh auseinandergehen», erläutert Helmut Buchheimer, Zentraleinkäufer bei Sportscheck in Unterhaching bei München. Sie sind trotz der Enge an Hüfte und Knie sehr elastisch und daher komfortabel beim Laufen.    

Kombiniert würden dazu körpernahe, taillierte Jacken - schmale Blazerformen mit Reverskragen, Fleece-Elementen und Kapuzen. Glanz verleihen den Wintersport-Outfits schillernde Oberflächen, teils mit echten Metallfäden. Die Daunenjacke ist weit verbreitet, zum Beispiel bei Kjus und Toni Sailer. Kjus hat als modischen Hingucker außerdem edel und gleichzeitig sportlich wirkende Jacken in «Fade-Out»-Optik mit Farbverlauf im Programm.    

Aber auch Pelzbesätze an Ärmeln und Kapuzen sind Hingucker. «Vor allem in der jungen Mode wird es sehr bunt - Neon-Farben stehen im Vordergrund, gemischt mit grafischen Elementen», sagt Buchheimer. Verschiedene Blau- und Grüntöne, Gelb und Orange sowie Rot-Nuancen von Kirsche und Himbeere bis Weinrot prägen die Kollektionen, zum Beispiel bei Powderhorn. Auch die Modefarbe der vergangenen Winter - Violett - sei wieder in, dazu Pink-Töne, Schwarz und Weiß.    

Block-Streifen, jede Menge Karos und Drucke setzen Akzente, dazu freche Stickereien, Totenköpfe und Allover-Prints. Große Karos zeigt zum Beispiel Peak Performance, Allover-Blumenprints sind eines der Hauptmerkmale in der Kollektion von Chiemsee - Weiß, Fuchsia und Kobaltblau kommen zum Teil mit gelben und grünen Akzenten zusammen. Tragbar werden diese Styles in Kombination mit Uni-Teilen: «Also zum Beispiel die Jacke im Allover-Druck, die Hose dazu in Uni», erklärt Buchheimer. Und auch der Overall aus dem vergangenen Winter sei in den Kollektionen zu finden.    

«Den sieht man jetzt als i-Tüpfelchen in einzelnen Kollektionen - vor allem für Damen», sagt Buchheimer. Im vergangenen Jahr tauchte der Einteiler unter Snowboardern und Freeridern wieder aus der Versenkung auf - sie griffen zu, weil anders als bei der Jacke-Hose-Kombination kein Schnee durchdringt. «Jetzt wird er als modischer Chic wieder aufgegriffen.» (Thorsten Wiese, dpa)