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20. März 2009

Wirtschaftsflaute führt Gastwirte in die Krise

Die Umsätze von Wirten und Hoteliers sanken im Januar zum achten Mal in Folge. Die Dehoga verlangt Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent

Die Wirtschaftsflaute führt die deutschen Gastwirte immer tiefer in die Krise. Die Umsätze von Wirten, Caterern und Hoteliers sanken im Januar zum achten Mal in Folge im Vergleich zum Vorjahr. In konstanten Preisen (real) setzte die Branche 5,2 Prozent und nominal 3,2 Prozent weniger um als im Januar 2008, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Auch gegenüber dem Dezember gingen die Erlöse erneut zurück. Das Minus lag real und nominal kalender- und saisonbereinigt bei 1,2 Prozent.

Der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ernst Fischer, verwies auf die unterschiedliche Entwicklung der Betriebe. "Alle, die stark vom Firmengeschäft, also von Tagungen und Geschäftsessen, abhängig sind, haben überdurchschnittliche Umsatzeinbußen", erklärte Fischer. Der private Konsum sei vergleichsweise stabil.

Der Verbandschef verlangte erneut die Senkung der Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe. Die Dehoga verlangt einen Satz von 7 Prozent als Konjunkturprogramm. Bis zu 70.000 neue Arbeitsplätze sollen so in Hotellerie und Gastronomie geschaffen werden.

Schon 2008 verbuchten die Wirte mit Ausnahme vom Februar und Mai in jedem Monat reale Umsatzrückgänge, auch nominal hatten sie in vielen Monaten weniger in der Kasse als im jeweiligen Vorjahresmonat. Im Gesamtjahr lagen die Umsätze real um 2,5 Prozent unter dem Wert von 2007 nach einem Rückgang von 3,0 Prozent im Jahr zuvor. Der DEHOGA bezifferte den Branchenumsatz 2008 auf netto 55,5 Milliarden Euro. In den 240 000 gastgewerblichen Betrieben arbeiteten nach den Angaben rund 1,1 Millionen Menschen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes blieben alle drei Bereiche des Gastgewerbes im Januar 2009 nominal und real unter den Umsatzwerten des Vorjahresmonats: Das Beherbergungsgewerbe mit real minus 5,9 Prozent (nominal minus 4,4 Prozent) und das Gaststättengewerbe mit real minus 4,8 Prozent (nominal minus 2,5 Prozent). Noch stärker traf es die Caterer, deren Umsätze real um 6,8 Prozent (nominal minus 4,1 Prozent) abnahmen. dpa

Merkel lehnt Senkung ab, via Handelsblatt