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18. Mai 2009

Witzigmann startet Wettbewerb für junge Köche

Witzigmann-Nachwuchspreis: Meisterkoch Eckart Witzigmann startet Wettbewerb für Nachwuchsköche aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol

Das kündigte der 67-jährige Österreicher vor der Verleihung des diesjährigen Eckart-Witzigmann-Preises für Kulinaristik in Stuttgart an. Im kommenden Jahr soll der Witzigmann-Nachwuchspreis erstmals vergeben werden.

Bis zu 25 Jahre alte junge Köchinnen und Köche aus dem deutschsprachigen Raum können sich bewerben; die Entscheidung fällt bei einem Wettkochen mit voraussichtlich 15 Kandidaten.

In diesem Jahr bekommen die 3-Sterne-Köche Dieter Müller (Bergisch Gladbach) und Anne-Sophie Pic (Frankreich), ihre Kollegin Alice Waters (USA) sowie der Künstler Tomi Ungerer aus dem Elsass den Witzigmann-Preis. Er wird seit 2004 von der Deutschen Akademie für Kulinaristik (Bad Mergentheim) verliehen und vom Land Baden- Württemberg unterstützt.

Der Nachwuchswettbewerb soll für Kandidaten aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol offen sein, sagte Witzigmann, der 1978 in München als erster Koch außerhalb Frankreichs drei Michelin-Sterne bekommen hatte. «Ich bin schon die Mutter aller Köche genannt worden», sagte er. «Und es war mir schon immer ein Herzensbedürfnis, mein Wissen an die nächsten Generationen weiterzugeben.» Der Gewinner des neuen Preises soll eine Finanzierungshilfe für ein eigenes Kochbuch im Wert von etwa 10.000 Euro erhalten.

Die diesjährigen Preisträger waren am Abend zur Verleihung und einem Galadiner mit Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger ins Neue Schloss in Stuttgart geladen. Dieter Müller (60) hat sein 3-Sterne-Restaurant in Bergisch Gladbach in diesem Jahr an seinen Nachfolger Nils Henkel abgegeben. Anne-Sophie Pic (39) aus Frankreich ist eine der sechs Frauen, die im Moment 3 Sterne haben - gegenüber weltweit 65 Männern. Schon ihr Vater und ihr Großvater hatten in dem Familienrestaurant in Valence an der Rhône 3 Sterne.

Die 1-Stern-Köchin Alice Walters (65) gehört zur Slow-Food- Bewegung und verbesserte die Schulverpflegung in Kalifornien mit «Essbaren Schulgärten.» Tomi Ungerer (77) wurde geehrt, weil er «wie kein anderer die Kochkunst erkannt, geschätzt, beschrieben und gezeichnet hat».

Um die Verbesserung der Schulverpflegung wollen sich künftig auch neun Spitzenköche aus Baden-Württemberg mit Harald Wohlfahrt und Claus-Peter Lumpp (beide Baiersbronn) an der Spitze bemühen. In einem Ideenwettbewerb zusammen mit der Akademie für Kulinaristik solle vermittelt werden, dass gute Schulverpflegung mit regionalen Produkten und ohne Geschmacksverstärker möglich ist, sagte das Akademie-Vorstandsmitglied Otto Geisel der dpa.