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17. Juni 2010

Zuschuss zu Hagelversicherung für Winzer

Rheinland-pfälzische Winzer können einen Zuschuss für eine Hagelversicherung erhalten - bis 30. Juni!

Damit halbiere sich der Beitrag faktisch, teilte die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz am Donnerstag anlässlich der jüngsten Unwetterschäden in der Pfalz und in Rheinhessen mit. Alle Winzer, die mit einer solchen Versicherung das Ernterisiko mindern wollen, können 50 Euro je Hektar aus einem EU- Programm bekommen. Höchstens die Hälfte der tatsächlichen Kosten wird aber getragen. Der Zuschuss müsse für dieses Jahr bis zum 30. Juni beantragt werden.

Die Unwetter der vergangenen Woche haben für Winzer und Bauern vor allem in der Pfalz dramatische Folgen. Schwere Hagelschauer zerstörten den besonders zerbrechlichen Frühjahrsaustrieb der Reben teils völlig, hatte die Kammer kürzlich mitgeteilt. Auf gut einem Viertel des gesamten Anbaugebietes entlang der Deutschen Weinstraße müssten die Winzer einen Totalausfall ihres Jahrgangs 2010 befürchten.

Das rheinland-pfälzische Weinbauministerium teilte mit, dass das Antragsverfahren für die Teilnahme an Umstrukturierungsmaßnahmen der Europäischen Union im Weinbau für sehr stark geschädigte Weinberge neu eröffnet werde. Die Frist hierfür ende am 31. Juli. Wer die zerstörten Weinberge kurzfristig roden und noch in diesem Jahr wieder bestocken wolle, könne Förderanträge stellen. Allerdings müsse das Anbaugebiet dafür mindestens zehn Jahre alt sein. Zusätzlich sei eine Bestätigung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum nötig. dpa

Trotz Hagels erwartet Weinbaupräsident normale Erntemengen

Die Liebhaber rheinland-pfälzischen Weins müssen sich trotz des bislang oft durchwachsenen Wetters wohl nicht um den Jahrgang 2010 sorgen: Die Winzer steuern laut dem rheinhessischen Weinbaupräsidenten Ingo Steitz auf durchschnittliche Ernteerträge zu. Zumindest, wenn ihnen keine bösen Wetterkapriolen wie in der ersten Junihälfte mehr zu schaffen machen.

«Es gibt betroffene Betriebe, die haben Ernteverluste bis zu 100 Prozent», berichtete Steitz der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem im südlichen Rheinland-Pfalz richteten kürzlich schwere Hagelschauer Schäden an. Dennoch ist das für den rheinhessischen Weinbaupräsidenten insgesamt «noch kein Grund, pessimistisch zu sein».

Über die Qualität des Jahrgangs 2010 lasse sich noch nichts sagen. Was die Erntemengen angeht, «sind wir im normalen Bereich», sagte Steitz. «Wir brauchen jetzt Sonne und warmes Wetter, 20 bis 25 Grad.»

Rebblüte in Franken verläuft zögerlich

Die Rebblüte in Frankens Weinbergen macht den Winzern Sorgen. In der Entwicklung liegen die Weinstöcke rund zwei Wochen hinter dem langjährigen Mittelwert zurück. Schuld ist das Wetter: Es sei zu kalt und zu nass, sagte Artur Baumann vom Weinbauring Franken.

Sollte sich das Wetter in den nächsten Tagen nicht spürbar verbessern, könnte dies zu einem geringeren Beerenansatz an den Trauben führen und damit bei der Lese im Herbst zu weniger Ertrag. Über die Qualität des Weinjahrgangs lässt sich aber noch nichts sagen.

«Die Rebblüte beginnt gerade», erklärte Baumann, Geschäftsführer der Selbsthilfeorganisation der fränkischen Winzer. Für die Befruchtung seien nun Temperaturen von mehr als 20 Grad wichtig. Wahrscheinlich werde die Blüte Ende kommender Woche abgeschlossen sein. In der Regel dauert es dann bis zur Lese noch etwa 100 Tage.

Nach Baumanns Worten verlief die Rebentwicklung zuletzt wegen des sehr kühlen Mai nur träge. In etlichen Lagen seien Frostschäden verzeichnet worden - verursacht durch die extremen Minustemperaturen im vergangenen Winter. dpa