17. Januar 2016

Wein und Sekt aus Österreich Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

Wein und Sekt aus Österreich | Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, Foto © ÖWM

Die Weinwelt in Österreich ist dynamisch. Die nachhaltige Arbeitsweise von Winzern als positive Reaktion auf den Klimawandel ist messbar geworden und kann nun ausgewiesen werden.

Im Oktober wurde anlässlich des Tags des österreichischen Sekts die nachjustierte Qualitätspyramide von Sekt aus Österreich vorgestellt. Neu ist die Nomenklatur der Qualitätsstufen Klassik, Reserve und Große Reserve, sowie die Einbettung von Qualitätssekt in das Herkunftssystem von Wein aus Österreich. Ab 2016 kommen die ersten Sekte mit geschützter Ursprungsbezeichnung auf den Markt.

Wein und Sekt aus Österreich | Bekenntnis zur Nachhaltigkeit, Foto © ÖWM

Zertifiziert nachhaltig produzierter Wein

Transparenz bei der Herstellung von Lebens- und Genussmitteln wird für Konsumenten vor allem in Europa zunehmend wichtiger, der nachweislich verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen und klimaneutrale Erzeugung sind in den letzten Jahren Kaufkriterien geworden. Darauf hat der Österreichische Weinbauverband reagiert und mit Fachexperten ein Zertifizierungssystem für nachhaltig produzierten Wein entwickelt.

Seit dem Frühjahr 2015 können österreichische Winzer eine Nachhaltigkeitszertifizierung beantragen. Bis heute haben 20 Weinbaubetriebe die Zertifizierung geschafft und sich hohe Qualitätsziele in Sachen Nachhaltigkeit im Hinblick auf Traubenproduktion, Weinerzeugung und Weingartenmanagement, sowie Sozialverträglichkeit und Ökonomie gesteckt, um u.a. Ressourcen zu schonen und Biodiversität zu erhalten. Der Geschäftsführer des österreichischen Weinbauverbandes, Josef Glatt, gab dieser Tage bekannt, dass im Frühjahr 2016 "wiederum eine Informationsoffensive gestartet wird, um weitere Betriebe zu animieren, diese Nachhaltigkeitszertifizierung anzustreben."

Nachhaltigkeitsbewusstsein sichtbar gemacht: das Siegel auf der Flasche

Kleine und große Winzerbetriebe aus Österreich haben sich im vergangenen Jahr der Gretchenfrage gestellt: "Wie hältst du's mit der Natur?" Wer sich ernsthaft mit den Anforderungen nachhaltigen Wirtschaftens auseinandersetzt, hat das Nachhaltigkeitszertifikat erlangt und bildet es seitdem auf den Etiketten seiner Flaschen ab.

Nachhaltig produzierter Wein kann, muss aber nicht organisch-biologisch oder biologisch-dynamisch produziert sein, im Idealfall ist er jedoch beides. Jedenfalls signalisieren Winzer mit dem Nachhaltigkeitssiegel, dass sie sich tiefgehend mit der Positionierung des eigenen Betriebes in Zeiten des Klimawandels auseinandersetzen. Sie outen sich als fair denkende Produzenten und wollen ein Zeichen setzen, einerseits gegenüber Konsumenten, andererseits auch, um Kollegen zur Nachhaltigkeitsnabelschau zu bewegen.

Sekt aus Österreich mit geschützter Ursprungsbezeichnung. Herkunft bürgt für Qualität.

Nach einem zwei Jahre währenden Prozess der Qualitätsjustierung haben sich die österreichischen Sektproduzenten auf ein strenges Regelwerk geeinigt. Dies war keine leichte Kür, galt es doch, sowohl die Interessen großer Häuser, als auch die von Winzern unter einen Hut zu bringen. Vom Österreichischen Sektkomitee und dem Ausschuss der selbst versektenden Winzer wurde gemeinsam mit der Österreich Wein Marketing (ÖWM) und den Experten der Kammern und des Landwirtschaftsministeriums eine neue legistische Basis für einen österreichischen Qualitätssekt geschaffen - analog zum Qualitätswein.

Aus einer Flut von Schaumweinen ohne Identität erhebt sich nun der österreichische Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.). Sekt, der seine Herkunftsgeschichte zu erzählen weiß, ob er nun von Poysdorfer Frische zeugt, von Langenloiser Mineralik, pannonischem Tiefgang aus Gols oder von brillanter Aromatik aus Gamlitz - starke Charaktere kommen aus allen Weinbaugebieten Österreichs.

Sekt aus Österreich drängt an die Spitze

Die drei seit 2014 bekannten Stufen der Qualitätspyramide des österreichischen Sekts werden künftig je nach Erfüllung der Herstellungskriterien mit der Nomenklatur "Klassik", "Reserve" und "Große Reserve" bezeichnet. Bei den Kategorien "Klassik" und "Reserve" darf als Herkunft das generische Weinbaugebiet, also das Bundesland, auf dem Etikett angeführt sein, bei der Kategorie "Große Reserve" darf die Herkunftsgemeinde und ggf. die Herkunftslage genannt werden.

Damit einher geht nicht nur die Garantie, mit dem Kauf von österreichischem Sekt mit geschützter Ursprungsbezeichnung einen Wein mit garantierter Herkunft zu beziehen, sondern auch die Gewährleistung, dass bei der Produktion höchste Standards eingehalten werden. Zur Freude aller Weinliebhaber wird die Qualität von Sekt aus Österreich in Zukunft im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spitze getrieben.

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