News
25. April 2013

Accor-Chef muss gehen

Accor-Chef Denis Hennequin muss nach Strategiestreit gehen

Der französische Hotelkonzern hat seinen obersten Angestellten Denis Hennequin nach einem Strategiestreit mit sofortiger Wirkung entlassen. Nach Unternehmensangaben plante der 54-Jährige für Umstrukturierungen mehr Zeit ein als es der Verwaltungsrat akzeptieren wollte. Deswegen wurde das Mandat des früheren Europa-Chefs von McDonald's am Dienstagabend mit sofortiger Wirkung beendet. Hennequin hatte die Sitzung des Verwaltungsrats selbst beantragt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 war Accor durch den verlustreichen Verkauf seiner nordamerikanischen Billigkette Motel 6 tief in die roten Zahlen gestürzt. In das neue Jahr waren die Franzosen zudem mit rückläufigen Umsätzen gestartet.

Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation und des sich schnell verändernden Wettbewerbsumfeldes muss Accor nach Ansicht des Verwaltungsrats mehr Gas geben. Deshalb sollten alle Kräfte darauf ausgerichtet sein, das Geschäftsmodell des Konzerns an den Wandel anzupassen. Auf die Vorbehalte von Hennequin bei der Sitzung am Dienstag reagierten die Aufseher eindeutig und mit einer Stimme. Zum Übergangschef wurde der bisher für das operative Geschäft zuständige Yann Caillère bestimmt.

Anleger reagierten verhalten auf die Nachricht über den Führungswechsel. Die Aktien des Konzerns notierten am Mittwochvormittag zunächst leicht im Minus. Bereits Hennequins Vorgänger Gilles Pélisson war Ende 2010 wegen Meinungsverschiedenheiten über die strategische Ausrichtung des Unternehmens abgelöst worden.

Accor ist mit Hotelmarken wie Ibis, Sofitel, Mercure oder Pullman in 92 Staaten vertreten. Der Konzern bietet rund 450 000 Zimmer in 3500 Hotels an. dpa