REISE
31. Juli 2018

Ayubowan – Reisebericht Sri Lanka Königlich leuchtendes Land

Ayubowan – Reisebericht Sri Lanka | Königlich leuchtendes Land

Augen schließen und von der Trauminsel träumen - Ayubowan: Wer sehnsüchtig nach der besonderen Destination sucht, der findet sie in Sri Lanka - Von Jens Hoffmann

Meine Reise begann in Colombo. Die Hauptstadt mit ihren zwei Millionen Einwohnern ist keine Metropole von internationalem Rang, aber ein schöner Ort. Am 4. Februar 1948 wurde die Britische Kronkolonie Ceylon unabhängig, seit 1972 trägt das Land den Namen Sri Lanka. Sri Lanka ist reich an Tempeln, Kolonialarchitektur und Palmenstränden. Hier findet man eine über 2000 Jahre alte Kultur, Geschichte und Traditionen, die man heute noch erleben kann. Sattgrüne Teeplantagen, tropische Urwälder und spirituelle Erfahrungen erlebt man überall.

Meine Reise startet in Colombo. Eine Metropole voller Leben, mal modern, mal kolonial und gelassen. Eine faszinierende Mischung verschiedener Volksgruppen und Kulturen, die Melange aus alt und neu macht Colombo so einzigartig. Ob christliche Kirchen, buddhistische Klöster oder hinduistische Tempel - sie alle stehen friedlich in ein und derselben Stadt und lassen sich gut per Tuk Tuk erreichen. Entlang der Galle Road wachsen futuristische Paläste aus Glas und Beton in die Höhe, nicht weit davon entfernt stehen viktorianische Bauten, wie man sie aus England kennt.

Es gibt immer wieder Neues zu entdecken, ich mag das Basarviertel Pettah und die bunten Märkte. Sie bieten Gemüse, Früchte, Kleidung im indischem Look aber auch viele Unikate von lokalen Designern. Tausend Gerüche, es duftet überall nach exotischen Gewürzen und Ferne. Moderne Großstadtkinder, tamilische Männer in Kurtas und unzählige, lachende Menschen. Auf die Bucketlist gehört ein Besuch des "Dutch Hospital Precinct" - das ehemalige niederländische Krankenhaus ist einen Besuch wert. Es ist nicht nur ein schönes Gebäude aus der Kolonialzeit, sondern hat bietet auch einen aufregenden Spa-Bereich.

Für mich gibt es ein Treatment namens Shiro Dhaara. Was ist das denn? Bei dieser Behandlung träufelt man Öl auf die Stirn, man bemerkt nur noch die Weite des irdischen Seins und die Hände der Masseuse. Ich schließe die Augen, denke an nichts, dann folgen Kopf- und Fußmassage.

Ich liege rücklings auf einer Pritsche, der Kopf ruht auf einem Nackenpolster. Ein schützendes Tuch wird über die Augen gelegt. Ganz langsam und gleichmäßig fließt dann das heiße Öl über meine Stirn, mit bewundernswerter Konzentration gelingt es, entlang des Haaransatzes von links nach rechts und rechts nach links einen feinen, gleichmäßigen Ölfaden niederfallen zu lassen. Hierdurch werden die Nerven beruhigt und Energiepunkte stimuliert. Es stellt sich ein Gefühl ein, dass nichts mehr wichtig ist, wie in einem Rausch.

Ein öliger Duft bleibt in der Nase dann geht es für 10 Minuten in einen sargähnlichen Dampfkasten. Wow! Begleitet von einem kurzen Schlaf, empfindet man eine wohlige Orientierungslosigkeit. Beschwingt gehe ich ins Hilton Colombo, fühle mich wahrlich weit weg von allem und schlafe betreut von schönen Träumen ein. Am nächsten Morgen ging es früh los es in den Minneriya Nationalpark.

Hier grasen unzählige Elefanten in der Sonne, direkt am Wasser in artenreicher Natur. Ich bin kein Safari Fan, aber die Naturvielfalt ist einzigartig und Elefanten beobachten macht immer Spaß. Für eine Reise mit Kindern ideal.

Feine Kulinarik, exotische und bekömmliche Gaumenfreuden sind mein ständiger Begleiter. Der natürliche Reichtum an Kräutern und Gewürzen macht den Besuch zu einer kulinarischen Entdeckungstour. Zum Frühstück gibt es oftmals Hoppers - kleine Brote aus Reismehl. Sie werden über einer Flamme zu einem Fladen verarbeitet und in Kokosnussraspeln und Chili gedippt. Wunderbar. Auch die Rotis, ein Teigfladen mit einer Füllung aus Fisch, Fleisch und Gemüse sind aufregend. Dazu natürlich wieder Dalle, Chilis und Kokosraspeln. Am Abend dann Reis & Curries, in verschiedenen Farben und mit Kokosmilch. Kochen ist Verwandeln - Kaltes und Warmes, Scharfes und Süßes, dazu trinkt man Wasser oder Lion Lagerbier.

Dann ging es weiter in das Land über den Wolken, das Hochland - auf nach Kandy. Ein klimatischer Kontrast, sattgrüne Teeplantagen, Teeanbau und Tee genießen statt Reis und Palmen. Die schönste Art nach Kandy zu gelangen ist mit dem Zug. Eine malerische Zugstrecke durch Palmen und Urwald führt hinauf ins Hochland von Kandy nach Nuwara Eliya.

Die Insel wurde von der Natur reich beschenkt und ist es gibt viel Zeit für stille Momente. In Kandy befindet sich der buddhistische Tempel "Sacred Tooth Relic". Her befindet sich der Legende nach der linke Eckzahn von Buddha Siddhartha.

Am nächsten Tag fuhren wir dann von Kandy nach Nuwara Eliya mit Sri Lanka Railways, ein Überbleibsel der englischen Kolonialzeit. Die Eisenbahn wurde von den Briten zum Transport des Tees aus den Hochlandplantagen zum Hafen von Colombo gebaut.

Beeindruckt von der Reise mit dem Zug, atemberaubenden Ausblicken, pittoresken Dörfern und kleinen Bahnhöfen, die während der Fahrt an mir vorbeizogen, verlasse ich den Zug. Es erwartet mich das Städtchen Nuwara Eliya mit nur 13 Grad. Das kleine Örtchen im Hochland wird aber nicht wegen des Wetters, sondern wegen des Tees als "Litte England" bezeichnet. Im Hochland bleiben wir ein paar Tage, die Zeit kann man hier herrlich mit Golf, Teeproben und Entspannung verbringen.

Auf jeden Sri Lanka-Reisezettel gehört auch ein Besuch in Sigiriya. Ein starker Löwe begrüßt am Eingang des "Rock Fortress". Die Festung auf dem sogenannten Löwenfelsen ist seit 1982 UNESCO-Weltkulturerbe; der Aufstieg lohnt schon alleine wegen des grandiosen Ausblicks vom Gipfel des 200 m hohen Monolithen.

Unser Ziel war es, Energie zu tanken. Und das ist uns wirklich gelungen. Fazit: Sri Lanka ist ein kleines Paradies und auf jeden Fall eine Reise wert.