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07. Juni 2015

Badische Weinkönigin Isabella Vetter neue Majestät

Foto: Badischer Weinbauverband

Die Bankangestellte Isabella Vetter ist neue Badische Weinkönigin

Isabella Vetter ist die neue Badische Weinkönigin. Die 22-jährige Bankangestellte aus Herbolzheim-Bleichheim bei Freiburg wurde am Samstag in Freiburg gewählt und gekrönt. Sie wird den badischen Wein zwölf Monate lang im In- und Ausland repräsentieren.

Isabella Vetter (22 Jahre), Bleichheim/Breisgau   Badische Weinprinzessinnen 2015/2016  Melissa Fünfgeld (23 Jahre), Sulzburg-Laufen/Markgräflerland Annette Herbstritt (23 Jahre), Glottertal/Breisgau

«Ich bin überglücklich und möchte die Leidenschaft, die ich für den badischen Wein habe, anderen vermitteln», sagte sie nach der Wahl. Ihr zur Seite stehen die beiden Weinprinzessinnen Melissa Fünfgeld (23) aus Sulzburg-Laufen im Markgräflerland und Annette Herbstritt (23) aus Glottertal bei Freiburg. Baden ist das drittgrößte von 13 Weinanbaugebieten in Deutschland.

Vetter ist als 66. Weinkönigin Nachfolgerin der 21 Jahre alten Weinwirtschaftsstudentin Josefine Schlumberger aus Sulzburg-Laufen. Diese war vor einem Jahr gewählt worden und musste ihre Krone nun turnusgemäß abgeben.

Zur Wahl der Weinkönigin hatten sich in diesem Jahr nach Angaben der Veranstalter fünf junge Frauen beworben. Sie mussten sich von einer Jury zu Weinbau, Kellerwirtschaft, Weinrecht und Werbung befragen lassen. Das rund 30 Mitglieder zählende Gremium bestand aus Vertretern von Weinwirtschaft, Politik, Wirtschaft und Medien.

«Wein ist ein idealer Begleiter, der einem stets die Treue hält», sagte Vetter. Sie wolle international für den badischen Wein werben. Eine der Schwerpunkte werde die Verbindung von Wein und Essen sein. «Die Liebe zum Wein habe ich in der Familie entdeckt», sagte sie. Ihre Eltern bewirtschaften im Nebenerwerb einen kleinen Weinberg. Dort helfe sie bei der Arbeit.

«Mit Isabella Vetter und den beiden Prinzessinnen hat der badische Wein hervorragende und kompetente neue Botschafterinnen gewonnen», sagte Agrarminister Alexander Bonde (Grüne). «Die neuen Weinhoheiten haben die Juroren mit ihrem Fachwissen, ihrer Persönlichkeit und ihrem Auftreten von sich überzeugt.»

Der Minister verwies dazu auf die bedeutende Rolle des Weinbaus in Baden-Württemberg. «Unsere Weine sind weit über die Region hinaus für ihre Qualität und regionale Typizität bekannt», erklärte er. Mit rund 28 000 Hektar Rebfläche stünden fast 30 Prozent aller Reben Deutschlands im Südwesten. dpa

Isabella Vetter ist die Botschafterin des badischen Weins

Isabella Vetter kennt sich dort, wo der Wein herkommt, gut aus. «Ich bin im Weinberg aufgewachsen», sagt die 22-Jährige aus Herbolzheim-Bleichheim bei Freiburg. «Die Liebe zum Wein habe ich in der Familie entdeckt.» Ihre Eltern bewirtschaften im Nebenerwerb einen 1,5 Hektar großen Weinberg. Seit sie Kind ist, hilft sie dort bei der Arbeit, gemeinsam mit ihrem Bruder und der Schwester. Tagsüber arbeitet sie als Finanzexpertin bei der Sparkasse in Freiburg.

«Ich möchte die Vielfalt, die wir hier in Baden in die Flasche bringen, den Menschen nahebringen», sagt Vetter. Badischer Wein könne vor allem im eigenen Land ein besseres Image gut vertragen. In der Konkurrenz mit anderen Weinanbaugebieten brauche sich Baden nicht zu verstecken. «Doch so mancher Konsument, der am Supermarktregal wie selbstverständlich zu fremden Weinen greift, weiß gar nicht, welche Schätze vor der eigenen Haustüre wachsen.» Deshalb wolle sie über heimische Wein informieren - und ihn den Verbrauchern schmackhaft machen.

Für ihr neues Amt konnte Vetter bereits üben. Für das badische Weinanbaugebiet Breisgau hat sei ein Jahr lang als Weinprinzessin fungiert. Nun ist die Königin - und für ganz Baden Botschafterin. Privat, sag sie, liebt sie trockene und halbtrockene Weine. Doch auch zu süßlicheren Weinen, die verstärkt im Trend liegen, habe sie Mut. «Es ist die Begeisterung für Wein, die mich antreibt», sagt sie. Und über den Wein kämen Menschen auch gut ins Gespräch. «Der Wein verbindet.» Dafür wolle sie werben.

Die Badische Weinkönigin

Eine Badische Weinkönigin wird seit 1950 gewählt. Jedes Jahr gibt es eine neue Hoheit. Frauen, die sich bewerben, müssen aus einer Winzerfamilie stammen oder eine weinbezogene Ausbildung vorweisen. So können sie zum Beispiel gelernte Winzerinnen oder Weinküfer sein. Als Weinhoheiten sind sie ein Jahr im Amt, sie arbeiten dabei ehrenamtlich. Eine Weinkönigin ist während ihrer Amtszeit im Schnitt rund 200 Tage im Einsatz.

Ausgerichtet wird die jährliche Wahl vom Badischen Weinbauverband. Dieser vertritt die Interessen von rund 25 000 Winzern zwischen Bodensee und dem Gebiet Tauber-Franken. Sie verfügen über rund 15 340 Hektar Anbaufläche. Baden ist das drittgrößte von 13 Weinanbaugebieten in Deutschland - nach Rheinhessen und der Pfalz und vor Württemberg.