HOTELS
23. Oktober 2013

Berliner Hotel Adlon umsatzstärkstes Hotel in Deutschland

Foto Kempinski

Adlon steuert auch 2013 auf Rekord zu - Anleger stimmen erneut für Ausschüttung - Kritikergruppe vor Auflösung

Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist das Adlon das umsatzstärkste Hotel in Deutschland: Mit 62,1 Millionen Euro erzielten die Betriebe im Luxushotel am Brandenburger Tor 2012 einen Rekordumsatz und setzten sich damit an die Spitze der 200 umsatzstärksten Häuser in Deutschland.

Das bisherige Rekordergebnis aus dem Vorjahr wurde um 6,4 Millionen Euro oder 11,5 Prozent übertroffen - die Top-200-Hotels in Deutschland wuchsen hingegen um nur 3,9 Prozent. Die Jagdfeld-Gruppe rechnet dabei den reinen Hotelbetrieb von 49,9 Milliionen Euro mit dem Umsatz der Restaurants auf der Adlon-Rückseite zusammen (siehe Kommentar unten).

"Das ist ein herausragendes Ergebnis, das angesichts des anhaltend harten Wettbewerbs in Berlin nicht hoch genug zu bewerten ist", sagte Anno August Jagdfeld (66), Geschäftsführer der Jagdfeld Hotel-Adlon FUNDUS FONDS Nr. 31 KG (kurz: Adlon-Fonds), bei der Vorstellung der Zahlen auf der Gesellschafterversammlung. Setzt sich der bisherige Jahresverlauf fort, so steuert das Adlon auch 2013 auf einen neuen Rekord zu: Umsatz, Auslastung und Zimmerrate sind erneut besser als im Vorjahreszeitraum.

Die positive Entwicklung zahlt sich auch für die etwa 4400 Anleger des Adlon-Fonds aus, der 2012 knapp 3 Prozent an Überschüssen erwirtschaftet hat. Davon werden, wie schon in den beiden Vorjahren, auf Beschluss der Anleger 1 Prozent oder 2,23 Millionen Euro an diese ausgeschüttet, der verbleibende Betrag wird angespart. Damit wächst die Liquidität des Unternehmens auf ca. 20 Millionen Euro, das damit am besten unter allen Nachwende-Fonds in den neuen Ländern dastehen dürfte.

Jagdfeld begrüßte, dass die Anleger nach Zeiten des Zwists jetzt wieder enger zusammenrücken. Sichtbares Zeichen dafür ist die von Amts wegen betriebene Löschung der Grand Hotel Lorenz A. Verwaltungs GmbH wegen Vermögenslosigkeit (§ 394 FamFG), in der sich einige Kritiker versammelt hatten. "Ich hoffe, dass wir nunmehr wieder alles, was unseren Adlon-Fonds betrifft, nur in unseren Reihen besprechen - durchaus auch kritisch-konstruktiv. Dafür reiche ich allen die Hand", sagte Adlon-Gründer Jagdfeld.

Niko meint: Eine echte Überraschung! Nimmt man den reinen Kempinski Hotelbetrieb mit 49,9 Millionen Euro, steht das Adlon zwar nur an 4. Stelle hinter dem Bayerischen Hof in München, dem Berliner Estrel und dem Sheraton in Frankfurt. Andererseits könnte man aber durchaus die ADLON Holding mit dem 12,2 Millionen Euro Umsatz ihrer Restaurants wie dem Felix oder dem China Club auf der Rückseite des Hotels hinzurechnen, was zusammen 62,1 Millionen Euro macht.

Jagdfeld-Unternehmenssprecher Christian Plöger sagte mir: "Die Holding bietet ja Komplementärangebote für den Hotelgast im selben Gebäudekomplex an, so dass ihre Erlöse sinnigerweise dazuzuzählen sind. In anderen Hotels ist es ja ähnlich, wo, rechtlich gesehen, verschiedene Unternehmen Hoteldienstleistungen anbieten." Damit hat er nicht ganz unrecht. Wir dürfen gespannt sein, ob die AHGZ jetzt ihr Ranking der Top 200 ändert.