BERLIN
23. Dezember 2012

Berliner KaDeWe verkauft

Das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe und 16 weitere von Karstadt betriebene Warenhäuser haben einen neuen Eigentümer. Das Immobilienunternehmen Signa rund um den österreichischen Investor René Benko bestätigte den Kauf der Häuser

Das Unternehmen hat für die Häuser nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 1,1 Milliarden Euro gezahlt. Medienberichten zufolge hat Signa alleine für das KaDeWe 500 Millionen Euro bezahlt. Nähere Angaben machte das Unternehmen dazu nicht. Verkäufer ist das Vermieterkonsortium Highstreet.

Betreiber des KaDeWe bleibt auch künftig Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen. Er muss nun mit dem neuen Eigentümer eine neue Miete aushandeln. Highstreet hatte bei der Übernahme von Karstadt durch Berggruen Mietsenkungen für die Warenhäuser vereinbart. Alle Objekte seien jedenfalls «langfristig an Karstadt vermietet», heißt es von Signa.

Das mehr als 100 Jahre alte Luxuskaufhaus KaDeWe (Kaufhaus des Westens) zieht jeden Tag bis zu 180 000 Besucher aus der ganzen Welt an. Es ist ein Konsumtempel, in dem es fast nichts gibt, was es nicht gibt. Dazu ist es eine berühmte Touristenattraktion.

In dem Haus in der Berliner West-City am Tauentzien und in der Nähe von Gedächtniskirche und Kurfürstendamm sind auf 60 000 Quadratmetern Verkaufsfläche rund 2000 Angestellte im Einsatz. Legendär ist der Gourmet-Bereich auf der 6. Etage, wo exotischste Lebensmittel und Speisen angeboten werden.

1905 beauftragte Kommerzienrat Adolf Jandorf den Architekten Johann Emil Schaudt mit dem Bau und gründet ein Warenhaus. 1907 war Eröffnung. Während der Nazi-Zeit wurden die jüdischen Eigentümer, die Kaufmannsfamilie Hermann Tietz, zum Verkauf der Kette gezwungen. Im Zweiten Weltkrieg stürzte ein amerikanisches Flugzeug in das Kaufhaus, das völlig ausbrannte. 1950 wurden die ersten beiden Etagen wiedereröffnet.

2010 übernahm Nicolas Berggruen als Investor die Karstadt Warenhaus GmbH und damit auch das traditionsreiche Berliner Kaufhaus. Er muss nun mit dem neuen Eigentümer Signa eine neue Miete aushandeln. dpa